Baesweiler: Bürgerstiftung Baesweiler: Rund 35.000 Euro Spenden im Jahr

Baesweiler : Bürgerstiftung Baesweiler: Rund 35.000 Euro Spenden im Jahr

Aufgrund einer letztwilligen Verfügung eines Baesweiler Ehepaares ist vor elf Jahren die Bürgerstiftung entstanden. Das Startkapital von damals 76.000 Euro ist mittlerweile auf 380.000 Euro angewachsen. Margret Nußbaum sprach mit Thomas Jansen, Geschäftsführer der Stiftung und Kämmerer der Stadt Baesweiler, woher die Spenden stammen und was mit dem gestifteten Geld passiert.

Wie setzt sich die Bürgerstiftung zusammen?

Jansen: Sie besteht aus dem Stiftungsvorstand und dem Stiftungsrat. Vorsitzender des Stiftungsvorstands ist Bürgermeister Dr. Willi Linkens, weiteres Mitglied des Vorstands Dr. Rainer Kreutz. Der Stiftungsrat besteht aus sieben Mitgliedern — vier rekrutieren sich aus dem Stadtrat, und drei weitere werden von diesem gewählt.

Wie viel Geld sammelt die Bürgerstiftung durchschnittlich pro Jahr?

Jansen: Durchschnittlich 30.000 bis 35.000 Euro an Spenden. Doch zuweilen kommt noch viel mehr zusammen. Ende 2016 etwa erhielt die Bürgerstiftung in einer Summe 230.000 Euro. Eine ältere Dame hatte dies in ihrem Testament festgelegt. Das Vermögen der Bürgerstiftung wächst aber auch, weil Menschen regelmäßig spenden, zum Beispiel bei runden Geburtstagen. Hinzu kommen Stiftungen von Vereinen, etwa der Erlös des jährlichen Benefiz-Jugendfußballturniers der Concordia Oidtweiler oder die Erlöse aus dem Verkauf von Holzarbeiten der Seniorenwerkstatt.

Spenden auch ortsansässige Firmen an die Bürgerstiftung?

Jansen: Ja, das kommt häufiger vor. Von Geldinstituten erhält die Bürgerstiftung Mittel aus Reinerlösen. Und manche Baesweiler Unternehmen spenden anstelle von Weihnachtsgeschenken oder im Rahmen von Veranstaltungen. Ein anschauliches Beispiel lieferte eine Drogeriemarkt-Kette. Anlässlich ihres ersten Geburtstags am neuen Standort nahm Bürgermeister Dr. Willi Linkens wie bereits bei der Neueröffnung vor einem Jahr an der Kasse Platz. Die Einnahme seiner einstündigen Benefiz-Kassier-Aktion betrug 3100 Euro, die an die Bürgerstiftung gespendet wurden.

Was finanziert die Bürgerstiftung von den Stiftungsgeldern?

Jansen: Sie übernimmt zum Beispiel die Kosten für die Ganztagsbetreuung in Kindergärten und Schulen einschließlich der Kosten für ein Mittagessen. Hinzu kommt die Übernahme von Kosten für Ferienmaßnahmen, Mitgliedbeiträge in Sport- oder sonstigen Vereinen, Unterstützung bei der Anschaffung für die Schul-Erstausstattung, Begabtenförderung, etwa in der Musikschule oder in Musikvereinen, Anschaffungen, etwa Kinderzimmermöbel, Unterstützung zur Ausrichtung von Festen wie Erstkommunion oder Konfirmation. Nicht zu vergessen Maßnahmen zur Integration ausländischer Kinder und Nachhilfeunterricht.

Was passiert denn mit den 2000 Euro aus dem Benefizturnier der Jugendabteilung Concordia Oidtweiler, die der Verein komplett an die Bürgerstiftung spendete?

Jansen: Die Bürgerstiftung führt mit diesem und anderem Geld eine Weihnachtsgeschenke-Aktion durch. An Kinder aus bedürftigen Familien werden Gutscheine im Wert von 50 Euro pro Kind verteilt. Diese können in Baesweiler Geschäften zum Kauf von Spielzeug, Sportartikeln, Büchern, Bekleidung und Schuhen verwendet werden. Die Geschäftsinhaber können die Gutscheine dann direkt über den Gewerbeverband mit der Bürgerstiftung abrechnen.

Ist in diesem Zusammenhang die Beteiligung der Aktion „Menschen helfen Menschen“ des Aachener Zeitungsverlags hilfreich?

Jansen: Und ob! Durch die Aktion „Menschen helfen Menschen“ können zum Beispiel wesentlich mehr bedürftige Kinder aus Baesweiler Geschenkgutscheine erhalten. Es ist für uns ein Glücksfall, dass die Aktion auch unsere Bürgerstiftung unterstützt. Gemeinsam ist eben noch mehr zu stemmen. In diesem Jahr zum Beispiel werden wir an 350 Kinder Gutscheine im Gesamtwert von 17.500 Euro verteilen. Das Ganze beginnt in der kommenden Woche. Die Gutscheine können bis zum 23. Dezember in Baesweiler Geschäften eingelöst werden.

Was wünschen Sie sich als Geschäftsführer der Bürgerstiftung — abgesehen von Spenden — sonst noch?

Jansen: Wir bitten nicht nur um Spenden und Zustiftungen, sondern richten einen Appell an die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt: Sprechen Sie uns an, wenn Sie in Ihrem Umfeld Familien kennen, die auf Hilfe angewiesen sind. Für jeden Hinweis sind wir dankbar.