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Herzogenrath: Bürgermeister löst Streit um Grundstück mit offenem Bieterverfahren

Herzogenrath : Bürgermeister löst Streit um Grundstück mit offenem Bieterverfahren

Über den Grundstücksverkauf „Auf den Heggen“ im Herzogenrather Ortsteil Straß ist am Freitag im nicht öffentlichen Teil des Haupt- und Finanzausschusses beraten worden. Ergebnis: Weder der Ratsherr noch der Besitzer des Nachbargrundstücks Paul Harings werden auf der Basis der aktuellen Sachlage die Fläche erwerben.

Harings hatte moniert, jahrelang sein (mündliches) Interesse an dem Grundstück bekundet zu haben, immer eine ablehnende Antwort erhalten und dann zufällig gehört zu haben, dass die Parzelle nun doch veräußert werden soll, nämlich an einen Stadtverordneten. Dagegen hatte er protestiert. Die Verwaltung argumentierte bislang, Harings habe keine Ansprüche, da er nie etwas schriftlich eingereicht und im Amt nichts dokumentiert sei. Wohl aber von dem anderen Bewerber.

Nach — wie es in einer Mitteilung des Büros von Bürgermeister Christoph von den Driesch von am Freitagmorgen nun heißt — intensiver Beratung des Sachverhalts, sei man nun zu folgendem Ergebnis gekommen: „Auf Vorschlag des Bürgermeisters wurde einstimmig beschlossen, dass weder der an die Presse getretene Herr Paul Harings noch der nicht namentlich genannte Ratsherr das in Rede stehende Grundstück auf jetziger Sachgrundlage erwerben kann.

Stattdessen hat der Ausschuss ebenfalls auf Vorschlag des Bürgermeisters einstimmig beschlossen, dass das Grundstück in einem offenen Wettbewerbsverfahren, an dem jedermann/jede Frau teilnehmen können, zum Bestgebot veräußert wird. Das Mindestgebot orientiert sich am aktuellen Richtwert des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Städteregion Aachen für den Bereich Herzogenrath.“ Dieser liegt bei 155 Euro pro Quadratmeter.

Und was bedeutet das jetzt für die einzelnen Beteiligten? Durch das Bieterverfahren dürfte die Stadt Herzogenrath am Ende finanziell besser gestellt sein, für den Ratsherr würde es teurer werden als bislang geplant (sollte er den Zuschlag erhalten), für Harings ist es eine echte Chance.

Aber vor allem hat die Stadt Herzogenrath so ihr Gesicht gewahrt. Der fade Beigeschmack, ein Stadtverordnete sei möglicherweise begünstigt worden, ist vom Tisch.

Paul Harings sagte in einer ersten Reaktion: „Das ist sehr gut! Natürlich werden wir mitbieten. Aber nicht zu jedem Preis.“ Der Stadtverordnete war sichtlich erschüttert, als er die Nachricht erhielt. Er müsse seinen Anwalt prüfen lassen, ob er nicht Regressansprüche geltend machen könne. Immerhin habe ihm die Stadt ein Kaufangebot unterbreitet und ihm zugesichert, dass das Grundstück an ihn veräußert werden soll. Daraufhin habe er erste Planungen in Auftrag gegeben.