Alsdorf: Bürger bringen Glück-Auf-Park in Schuss

Alsdorf: Bürger bringen Glück-Auf-Park in Schuss

Die benötigten Stromkabel sind bereits von Michael Meyer bereitgelegt, als die Mitglieder des Bürgervereins Mariadorf zum Glück-Auf-Park an der Eschweilerstraße kommen. „Der Stadtteil leidet sehr. Es gibt viele Dinge, die gemacht werden müssten”, sagt der Anwohner.

Umso erfreuter war er, als Lars Zander, Geschäftsführer des Bürgervereins, einige Tage zuvor auf ihn zukam und von dem Vorhaben berichtete: An einem Vormittag sollte das Kriegerdenkmal am Kopf der Grünzunge auf Vordermann gebracht werden. „Jetzt gibt es hier endlich einen Anfang”, findet Michael Meyer. „Das trägt natürlich zum positiven Gesamtbild bei.”

Acht Mitglieder des Bürgervereins haben sich an diesem Morgen versammelt, Freunde und Verwandte haben sie mobilisiert und rücken nun mit schwerem Gerät den Verunreinigungen der Parkanlage entgegen.

„Unmöglicher Zustand”

Acht Eisenplatten liegen in dem kleinen Karree des Parks, eingraviert sind Namen von Gefallenen aus dem ersten Weltkrieg, die aus Mariadorf stammten. Die Platten sind die Überreste eines Kreuzes, das 1929 zum Gedenken der Kriegsopfer an gleicher Stelle aufgestellt worden war. Lange Zeit hatten die Anwohner für diese Errichtung gespart. Geschäftstüchtig hatten sie vorher ein Holzkreuz aufgestellt, Ansichtskarten davon produziert und von dem Erlös das Metallkreuz finanziert. Im zweiten Weltkrieg wurde das Denkmal so zerstört, dass lediglich einige Überreste gerettet werden konnten. Provisorisch stellte man ein neues Mahnmal auf, welches später abgerissen wurde. „Das muss zwischen 1966 und 1970 gewesen sein”, erzählt Lars Zander. Zum Gedenken an die Kriegsopfer wurden die geretteten Platten des Metall-Denkmals am Boden befestigt. Zusätzlich wurde ein Gedenkaltar errichtet.

Jahrzehnte lang wurde die Anlage nicht gepflegt. Beim morgendlichen Sportprogramm war Lars Zander der verkommene Park aufgefallen. „Das war ein unmöglicher Zustand”, erinnert er sich. Noch am selben Tag wandte er sich schriftlich an den Brigadegeneral Walter Ohm, Schulkommandeur der Technischen Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik Aachen. „Da an diesem Ort jedoch keine Gefallenen begraben sind, ist die Bundeswehr nicht im Rahmen der Kriegsgräberfürsorge zuständig”, hatte Walter Ohm Lars Zander erklärt. Doch die Stadtverwaltung sah die Notwendigkeit der Instandsetzung. Etwa 10.000 Euro wurden für die Sanierungsarbeiten veranschlagt. Um zumindest einen Teil des Geldes zu sparen, erklärte sich der Bürgerverein gerne bereit, selbst mit Hand anzulegen und alle Reinigungsarbeiten selbst durchzuführen.

Unkraut gejätet

So rückten sie nun mit Hochdruckreinigungsgeräten, Harken, Besen, Laubsaugern und kleineren Gartenwerkzeugen dem Schmutz der letzten Jahrzehnte zu Leibe. Selbst die 88-jährige Maria Herbst ließ es sich nicht nehmen, das Unkraut vor den Gedenkplatten zu jäten. Sie ist, wie auch Lars und Brigitte Zander, eines der Gründungsmitglieder des im Jahr 1974 hervorgerufenen Vereins. „Toll, dass hier wieder was in Schwung kommt”, freut sich Maria Herbst. Zwei der in den Gedenkplatten eingravierten Namen von gefallenen Soldaten, Franz und Johann Fleu, waren Brüder ihrer Mutter. An diesem Ort erinnert sich Maria Herbst wieder an die Erzählungen ihrer Mutter über deren Brüder, die die heute 88-Jährige nie kennengelernt hatte.

Aber dann muss sie das Feld räumen, denn Jürgen Tepel beginnt mit dem Hochdruckreiniger die Platten abzuspritzen. Norbert Wimmer tut es ihm am nebenstehenden Gedenkaltar gleich. Schon kurze Zeit später ist die dortige Inschrift „Unser Opfer, eure Pflicht: haltet Frieden” wieder lesbar. „Was man mit wenig Aufwand schon erreichen kann”, ist er sichtlich zufrieden mit dem Erfolg. Jürgen Tepel ist bei den Gedenkplatten nicht ganz so erfolgsgewiss. „Der aufgebrachte Korrosionsschutz wird durch den Wasserstrahl nicht abgehen.” Lars Zander kann allerdings Entwarnung geben: Eine Entrostung der Platten nebst Neulackierung wird von einem von der Stadt beauftragten Unternehmen durchgeführt.

Dieses wird dann auch die losen Randsteine, Mauerplatten sowie die Gehweg- und Bodenplatten begradigen und gegebenenfalls neu verlegen. Schließlich werden die Baumeinfassungen erneuert. Die Drainage in der Mitte des Platzes ist vom Technischen Dienst der Stadt bereits gesäubert worden. Alle noch anstehenden Sanierungsarbeiten, hier handelt es sich insgesamt noch um ein Kostenvolumen von etwa 7000 Euro, sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. „Dann wird das hier wieder eine richtig schöne Ruhe-Oase”, sind sich die Vereinsmitglieder einig.