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Würselen: „Bühnenzauber” mit viel Liebe zum Detail

Würselen : „Bühnenzauber” mit viel Liebe zum Detail

Wer würde da nicht gern einmal Mäuschen spielen? Die unterschiedlichsten „Ladies” von New York treffen sich in einem Hotel und genießen ihr Leben scheinbar in vollen Zügen.

Doch wie die Zuschauer im Saal des Alten Rathauses bald erfahren, haben auch die Gutbürgerlichsten einer Großstadt mit den Widrigkeiten des grauen Alltags zu kämpfen. Über menschliche Schwächen, die Mühen des Alterns und die Last der Einsamkeit erzählen Dorothy Parkers „Ladies im Hotel”, von der VHS-Theatergruppe „Bühnenzauber” mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzt.

Doppeltes Misstrauen

In den 20er und 30er Jahren Jahren floriert das New Yorker Hotel „Marlowe”. Dort trifft sich, wer sehen und gesehen werden will. So haben die Damen Mrs. Gordon (Leni Besgens) und Mrs. Lauterbach (Felicitas Herzog) ein eigenes Appartement zur Miete und behalten in Bezug auf die übrigen Hotelgäste stets den Überblick. Verrät schon das morgendliche Treffen am Zeitungskasten einiges über den jeweiligen Nachbarn, werden Neulinge wie etwa die Witwe Lulu Ames (Sylvia Weiß) gleich doppelt mit Misstrauen bedacht. Gerne tauscht man sich auch über die neuste Haarmode und den angesagtesten Nagellack aus - und merkt dabei nicht, dass das Leben ganz woanders weiterspielt.

Viel Spielfreude

Doch wie einsam und öde wäre sonst ein Dasein, wenn sonst nur das Zimmerefeu einem Gesellschaft leisten mag? Und da die Welt in einem Hotel glücklicherweise recht klein ist, trifft der Zuschauer im Laufe der Geschichte auf ganz unterschiedliche Charaktere: etwa den pädophilen Lehrer Charles Nicols (Martina Averkamp), Alkoholikerin Mildred Tynan (Ilona Balfanz), auf lebensfrohe Geister und geschwätzige Nachbarn.

Mit viel Spielfreude führen die Laiendarsteller unter Regie von Werner Feil ihr Publikum durch die stellenweise recht triviale Boulevardkomödie. Dennoch kann sich der Zuschauer einem gewissen „Bühnenzauber” nicht entziehen.

Dies ist der guten Vorbereitung der Theatergruppe zu verdanken. Textsicher und selbstbewusst agieren die 14 Schauspieler auf der Bühne und scheinen sich dort rundum wohl zu fühlen. An wechselnden Darstellungssorten sorgen die Schauspieler für Abwechslung und Spannung in den Dialogen. Da haben sich nicht nur die „Ladies” im Saal ihren Applaus redlich verdient.