Würselen/Herzogenrath: Brücken müssen dringend saniert werden

Würselen/Herzogenrath: Brücken müssen dringend saniert werden

Die Reihe der Hiobsbotschaften, was den baulichen Zustand städtischer Immobilien anbelangt, setzt sich in Würselen fort. Besonders mit Blick auf die angespannte Haushaltslage wachsen damit die Probleme im Rathaus.

Den Technik- und Bauausschuss wird die Verwaltung in der kommenden Woche davon in Kenntnis setzen, dass zwei Brückenbauwerke auf Dauer nur mit erheblichem Sanierungsaufwand weiter benutzt werden können. Zwar ist laut Prüfingenieur, der die Brücke Friedhofstraße nach einem Auftrag im Jahr 2012 unter die Lupe genommen hat, „ein noch ausreichender Bauwerkszustand“, festgestellt worden.

Ersatzloser Wegfall wird ausgeschlossen: Die Instandsetzung der Brücke Friedhofstraße in Broichweiden schlägt mit 115 000 Euro zu Buche. Foto: Wolfgang Sevenich

Aber die Kosten für Maßnahmen zur Schadenbeseitigung, die kurzfristig erforderlich seien, werden immerhin mit 115.000 Euro angegeben. Ein Neubau der Brücke über die Gleise, die ins Gewerbegebiet Aachener Kreuz führen, wird immerhin mit 400.000 Euro grob geschätzt.

Eine Sanierung beziehungsweise Erneuerung der Brücke ist laut Verwaltung zwingend erforderlich, da diese Verbindung die einzige reguläre Zufahrt zu Höfen, zum Forsthaus Weiden und zum Würselener Wald ist. Zudem ermöglicht die Verbindung den Landwirten aus Broichweiden die Erreichbarkeit der Felder im Gewerbegebiet, ohne verkehrsbehindernd über die Hauptstraße und den Willy-Brandt-Ring zu fahren. Über den Feld- und Forstweg sind außerdem mehrere überregionale Radwege ausgewiesen. „Ein ersatzloser Wegfall ist daher ausgeschlossen“, lautet das Fazit der Verwaltung.

Eine weitere Brücke ist in die Jahre gekommen, dabei dreht es sich um die nicht gerade wenig frequentierte Verbindung zwischen Bardenberg und Kohlscheid im Wurmtal. Im vergangenen Jahr wurde durch ein Fachbüro die vorgeschriebene Hauptprüfung der Brücken Fahrloch und Alte Mühle vorgenommen. Würselen hatte das Gutachten gemeinsam mit der Stadt Herzogenrath in Auftrag gegeben.

Dabei wurde festgestellt, dass auch hier Maßnahmen zur Schadensbeseitigung kurzfristig erforderlich sind. Ein „noch ausreichender Bauwerkszustand“ wurde aber auch dort bescheinigt. Die Sanierungskosten werden auf 92.000 Euro veranschlagt, 47.000 Euro muss davon die Stadt Würselen tragen. Ein Neubau kostet nach groben Schätzungen 140.000 Euro.

Zurzeit wird in beiden Rathäusern geprüft und gerechnet, ob ein Neubau nicht wirtschaftlicher wäre. Für die Sanierung der Brücke Fahrloch werden die Kosten auf 11.000 Euro geschätzt, die sich Würselen und Herzogenrath ebenfalls teilen müssten. Lediglich 30.000 Euro sind im Haushalt jährlich für Prüfungen, Reparatur- und Erhaltungsmaßnahmen eingeplant. Die Verwaltung schlägt vor, den Ansatz 2015 um 160.000 Euro anzuheben.

Mehr von Aachener Zeitung