Würselen: Broicher Heilig-Geist-Gymnasium feiert 100. Geburtstag

Würselen: Broicher Heilig-Geist-Gymnasium feiert 100. Geburtstag

Im Jahre 1908 gründeten die Patres vom Heiligen Geist (Spiritaner) mit 12Jungen ihre Missionsschule in Broich. Damit legten sie den Grundstein für das Heilig-Geist-Gymnasium (HGG), einer privaten Schule in christlicher Trägerschaft, die heute mehr als 1100 Schülerinnen und Schüler nicht mehr nur katholischen Bekenntnisses zählt.

Da hatte das HGG allen Grund, mit den Spiritanern auf eine bewegte und bewegende Schulgeschichte mit ihren Höhen und auch Tiefen - vor allem während der nationalsozialistischen Zeit - anzustoßen.

Schulleiter Christoph Barbier testierte den Spiritanern, stets ein verlässlicher und vertrauenswürdiger Schulträger gewesen zu sein. Neben Abgesandten aus den verschiedenen Klöstern der deutschen Ordensprovinz begrüßte er als obersten Repräsentanten den Provinzial der europäischen Spiritaner, Pater Dick Olin.

„Wir freuen uns auf die nächsten 100 Jahre, in denen der Geist der Spiritaner auch in Broich weiter wachsen kann”, dankte Barbier allen, die in der Vergangenheit mit der Arbeit am HGG befasst waren. Es freute ihn, dass über eine Stiftung die Arbeit der Spiritaner auch in Deutschland fortgeführt werden könne.

Dass die Schule in Broich ihre erfolgreiche Entwicklung nur durch die mannigfache und vertrauensvolle Unterstützung vieler Menschen in der Region genommen habe, daran ließ Barbier keine Zweifel aufkommen. Er begrüßte ehemalige und heutige Lehrer, Repräsentanten der Elternschaft, Abordnungen aus den Partnerschulen im Senegal, in Tschechien, Frankreich und in den Niederlanden bis hin zu Kooperationspartnern aus der Wirtschaft der Region. Sie alle hätten gebührend daran Anteil, dass es am HGG nur eine Sitzenbleiber-Quote von einem Prozent gebe und die Schule mit guten und sehr guten Ergebnissen bei landesweiten Leistungsvergleichen aufwarte.

Schülersprecherin Claudia Heinrichs betonte, das HGG stelle einen ausgleichenden Gegenpol zur heutigen Ellbogengesellschaft dar. Es sei dem Kollegium nicht egal, welche Entwicklung die Schule nehme, bestätigte Bernd Clasen für das Kollegium. Stets werde trefflich um die richtige pädagogische Ausrichtung gestritten.

Es sei wichtig, dass neben der sprachlichen, naturwissenschaftlichen und gesellschaftlichen Bildung die musische nie aus dem Auge verloren worden sei. Seit einigen Jahren seien nur noch weltliche Lehrer an der Schule tätig, ließ er nicht unerwähnt, dass mit den Patres ein wesentliches Element verloren gegangen sei.

Eine gute Note stellte der Vorsitzende der Schulpflegschaft, Peter Silbernagel, dem HGG aus. Es stehe für Erziehung, Bildung und Ausbildung mit Charakter. Da Erziehung der Orientierung an Werten bedürfe, seien Lehrerpersönlichkeiten gefragt, wie man sie am HGG habe.

Der Zuspruch, den das Heilig-Geist-Gymnasium stets erfahren habe, habe etwas mit der Ausstrahlung dieser besonderen Privatschule zu tun, lobte Gertrud Bergkemper-Marks, Abteilungsdirektorin der Bezirksregierung Köln, als Repräsentantin der Schulaufsicht. „Das HGG hat eine ausgeprägte Identität die es unverwechselbar macht.” Schüler würden erzogen, nicht nur an sich selbst zu denken, sondern auch sich um die Mitmenschen zu kümmern.

Landrat Carl Meulenbergh - der Kreis unterstützt das Heilig-Geist-Gymnasium jährlich mit 100.000 Euro - wartete beim Jubiläum mit der guten Nachricht auf, es bahne sich für eine dauerhafte Finanzierung der Schule eine gute Lösung an. Er appellierte hinsichtlich der Finanzierungsbeteiligung an Alsdorf und Baesweiler, sich wie Würselen und Herzogenrath ihrer Verantwortung zu stellen.

Bürgermeister Werner Breuer bescheinigte dem HGG klare ethische Prinzipien. Deshalb habe es in den vergangenen Jahrzehnten die Stürme der gesellschaftlichen Veränderungen unbeschadet überstanden. Er appellierte, Werteerziehung nicht an ein bestimmtes Fach zu delegieren sondern zum Prinzip für alle Unterrichtsfächer zu machen.

Der Leiter der Abteilung Erziehung und Schule im Bistum Aachen, Benno Groten, testierte den Spiritanern, beim Ausbau der Schule stets an die Grenzen ihrer personellen und finanziellen Mittel gegangen zu sein. Aus den Händen und Herzen, die die Spiritaner ein Leben lang eingebracht hätten, sei die Schule erwachsen. Er versicherte, dass das Bistum als finanzieller Partner auch in Zukunft berechenbar bleiben werde.

Was sich in mehr als 300 Jahren an spiritanischen Werten herausgebildet habe, solle auch künftig die Richtschnur für Bildung und Erziehung am Heilig-Geist-Gymnasium sein, betonte nicht nur Pater Konrad Breidenbach im Gottesdienst, sondern auch Pater Provinzial Bruno Trächtler zum Abschluss des Festaktes „100 Jahre Spiritaner-Schule in Broich - von der Missionsschule zum Heilig-Geist-Gymnasium”. Gestaltet wurde er vom Orchester der Schule unter der Leitung von Martin Busch sowie Björn Sauren (Violine) und Ursula Körlings (Querflöte) sowie von einem Tanzensemble mit Ausschnitten aus „Die Schöne und das Biest”.

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