Braunkohle ist Thema im Nell-Breuning-Haus 2018

Nell-Breuning-Haus : Sachlicher Dialog über die Zukunft der Braunkohle

Einen Ort für konstruktive Gespräche schaffen, das ist die Idee des Nell-Breuning-Hauses, der Katholischen Arbeitnehmerbewegung der Diözese Aachen (KAB) und des Fördervereins Arbeit, Umwelt und Kultur in der Region Aachen e.V.

„Leider findet die Diskussion über die Zukunft der Braunkohle, und damit verbunden über den Hambacher Forst viel auf den Sozialen Medien anonymisiert statt. Wir möchten als Bildungsstätte im Nell-Breuning-Haus gerne einen Ort des Gesprächs schaffen. Hier können sich betroffene und nicht betroffene Bürger austauschen“, sagt Dr. Manfred Körber, Leiter des Nell-Breuning Hauses.

Geplant sind in den nächsten Monaten unter dem Namen „Kohlegespräche“ mehrere Abende rund um das Thema Braunkohle. In den Gesprächen sollen alle betroffenen Gruppen gehört werden. Den Anfang macht am 05.November Antje Grothus, Mitglied der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung (Kohlekommission). Malte Lückert von der IGBCE Alsdorf vertritt in dem Gespräch am 11. Dezember die Arbeiterschaft. „Natürlich ist ganz klar, dass wir aus der Braunkohle aussteigen müssen. Aber man darf die Menschen dabei nicht vergessen. Hier ist die Frage, ob es „Umwelt gegen Arbeit“ oder „Umwelt und Arbeit“ heißt,“ sagt der 2. Vorsitzende des Fördervereins, Hans-Michael Peikhofer.

Weitere Gespräche mit Umsiedlungsbetroffenen und der regionalen Politik sind im Januar geplant. „Ich denke Herzogenrath ist ein guter Ort um diese Gespräche zu führen, wir haben den nötigen Abstand und sind nicht direkt emotional betroffen. Das ist ein wichtiger Vorteil“, so Dr. Körber.

Neben dem Ziel, einen Raum für persönliche Gespräche zu schaffen, ist das Nell-Breuning-Haus bestrebt, Feedback zu bekommen und dieses ernst zu nehmen und umzusetzen. „Zwar haben wir in den 90er Jahren ähnliche Projekte und Gespräche mit den Betroffenen des Steinkohleabbaus durchgeführt, aber die Zeiten haben sich geändert. Uns ist es wichtig zu wissen, ob wir hier noch immer der richtige Ort für diese Gespräche sind“, so Körber weiter. Teilnehmen darf jeder Betroffene oder Interessierte.

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(lgob)
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