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Herzogenrath: Blick auf die Werke der Crumbiegels im Eurode-Bahnhof

Herzogenrath : Blick auf die Werke der Crumbiegels im Eurode-Bahnhof

Kraftvolle Farbkombinationen, spannende Maltechniken und immer wieder neue überraschende Details ziehen derzeit die Blicke im Forum für Kunst und Kultur Herzogenrath im Eurode-Bahnhof auf sich. Künstler Dieter Crumbiegel bereitete seine Werkschau gemeinsam mit dem Forumsleiter Professor Fritz G. Rohde akribisch vor.

Die Hängung jedes einzelnen der großformatigen Arbeiten erfolgte nach einem genauen Plan. Neben den abstrakten Gemälden von Dieter Crumbiegel sind auch Positionen keramischer Plastik seiner verstorbenen Frau Marlies Seeliger-Crumbiegel zu sehen.

Der 1957 in Essen geborene Dieter Crumbiegel war unter anderem 22 Jahre lang Professor im Fachbereich Design der Hochschule Niederrhein in Krefeld. Die Arbeiten, die er für die aktuelle Werkschau ausgewählt hat, sind in höchstem Maße abstrakt. „Von dem Ballast, den manche abstrakten Maler mit sich herumtragen, von welchen Motiven man sich inspirieren lassen könnte, von diesen Übersetzungsqualen lässt Crumbiegel sich nicht einholen“, erklärt Kunstkenner Herbert Albin Knops.

Seine Bilder seien vielmehr identisch mit dem, was sie meinen. „Sie sind der originale Ausschnitt des Schaffensprozesses in all seinen Facetten mit Verläufen, Umbrüchen, Wagnissen, Korrekturen, Überlagerungen. So stehen diese Bilder für die Autonomie der Kunst, sie sind auf dem höchsten Niveau angesiedelt, welches die abstrakte Kunst anzubieten hat““, betont Herbert Albin Knops.

Marlies Seeliger-Crumbiegel war 1946 in Mönchengladbach geboren und tätig als Tischlerin, Produktdesignerin für Porzellan und Bildhauerin. 1983 heiratete sie Dieter Crumbiegel, leitete ab 1993 die Private Kunstschule Heinsberg. Ab 1999 war sie im Bereich Glas-Design tätig und ab 2009 Vorsitzende des Künster-Forums Schloss Zweibrüggen in Übach-Palenberg. Die kleine Retrospektive zeigt bemerkenswerte Beispiele der freien Plastik der 2012 verstorbenen Künstlerin. Im Material Ton hat sie immer wieder das Motiv des Tores bearbeitet, das einen Urtypus abbildet.

Wie Kunstkenner Herbert Albin Knops über das Werk der Bildhauerin sagte, sei das Tor eine konkret gegenständliche Form, die zugleich als eine Metapher für die verrinnende Zeit gelesen werden kann. „Das Hindruchschreiten ereignet sich exakt am Scheidepunkt der Zeit, in der Gegenwart, mit dem Rücken zur Vergangenheit und in Erwartung der Zukunft“, erklärt Knops, wie hier durch eine Ausformung des Raumes die Zeit thematisiert wird.

Dieser klaren Ausrichtung des Tores stehen die sogenannten „Windungen“ als zweites durchgängiges Motiv der Künstlerin gegenüber. Diese Plastiken weisen permanente Richtungsänderungen auf, der Raum wirkt unbegrenzt und fließend. Das Material Ton weist durch elektrolytische Galvanisierungen eine völlig innovative Oberfläche auf.

Nach dem Tod seiner Ehefrau gründete Dieter Crumbiegel eine Stiftung mit dem Marlies-Seeliger-Crumbiegel-Preis für Bildende Kunst und übernahm 2013 ihr Vorstandsamt des Künster-Forums Schloss Zweibrüggen.

Die Ausstellung mit Malerei und keramischer Plastik ist vom Sonntag, 12. August, bis Sonntag, 16. September, im Forum für Kunst und Kultur Herzogenrath in der Euregio e.V. im Eurode Bahnhof zu sehen und dienstags bis samstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Zur Vernissage am Sonntag, 12. August, ab 12 Uhr ist der Künstler anwesend.