Herzogenrath: „Blaulichttag“ bietet besondere Eindrücke

Herzogenrath: „Blaulichttag“ bietet besondere Eindrücke

Für Niklas ist der Weg in die Kanzel des großen roten Feuerwehrautos das Ziel. Was Erwachsene mit zwei, drei Schritten erledigen, muss der Knirps sich hart erarbeiten. Doch als er dann dort oben im Cockpit sitzt, in dem sonst die richtigen Feuerwehrmänner zum Einsatz düsen, kann der Junge mit dem roten Feuerwehrhelm nur noch staunen.

Ähnlich erging es vielen Besuchern bei der vierten Auflage des Herzogenrather Blaulichttages auf dem Parkplatz Bergerstraße.

Fachgerecht zerlegt: Das Hantieren mit einer Blechschere war eine Übung, die schon ein wenig Kraft und Unterstützung verlangte. Foto: Markus Bienwald

Dort gab es einiges zu sehen. So krachte in regelmäßigen Abständen ein viele Kilo schweres Vorführgewicht auf ein bereitgestelltes Luftkissen, das unter dem Druck der Eisenplatte aber nicht nachgab, sondern vorbildlich weich abfederte. Es wurde gepumpt, gebaut, gezündelt und geholfen. Begleitet vom gleichmäßigen Geräusch der benötigten Stromgeneratoren und Dieselmaschinen, strömten viele hundert Besucher über den Platz. Dort demonstrierte die DLRG-Ortsgruppe Herzogenrath Wiederbelebungen an einer Übungspuppe, dort informierten Helfer an Ständen des Kreisverbandes Aachen und des Ortsvereins Alsdorf des Deutschen Roten Kreuzes, dort baute der THW-Ortsverband Herzogenrath mit Hilfe der Besucher hölzerne Brücken im Miniformat. Wer mochte, konnte den Löschzügen Herzogenrath und Merkstein bei der nachgestellten Rettung von Insassen aus verunfallten Fahrzeugen zuschauen.

Vor allem die jüngeren Gäste durften Hand anlegen an die mit gewaltigem hydraulischen Druck arbeitenden Blechschere, um Dachholme von eigens bereitgestellten Schrottautos spielerisch leicht zu durchtrennen. Ein paar „Muckis“ zum Halten des schweren Geräts waren dabei aber schon vonnöten. Nebenan beim THW lenkten Nachwuchskraftfahrer einen ferngesteuerten Mini-LKW durch einen kleinen Hindernisparcours und die DLRG stellte ihr Rettungsboot für ein paar Sitzproben zur Verfügung.

Löschübungen demonstrierte auch der Nachwuchs — und die Jugendfeuerwehr machte ihre Sache glänzend. Ein lehrreicher Hingucker war die Demonstration, welch explosive Wirkung ein wenig Wasser in brennendem Öl haben kann. Eine meterhohe Stichflamme war das Ergebnis.

Sandsäcke füllen

Wer genug gesehen hatte, durfte ein paar Sandsäcke füllen oder sich an den vielen Informationsständen mit Broschüren versorgen. Und schließlich rundeten die in der flugs errichteten Feldküche zubereiteten Leckerbissen das Bild eines rundum gelungenen Tages im Zeichen des ehrenamtlichen Helfens ab. „Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz“, sagte Michael Gerhards von der Interessengemeinschaft Löschzug Herzogenrath. „Heute konnten wir zeigen, was das Ehrenamt alles leistet. Und vielleicht haben wir den ein oder anderen auch für die Nachwuchsarbeit gewinnen können“. Ein paar von den zwar noch nicht uniformierten — aber nun gut informierten Besuchern — könnten bei der kommenden Auflage des Blaulichttages also vielleicht schon selbst unterm Blaulicht sitzen.

(mabie)