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Würselen: „Biogas ist ein echtes Multitalent”

Würselen : „Biogas ist ein echtes Multitalent”

Irgendwie sehen die Gebäude etwas wunderlich aus. Tausende von Autofahrern, die den Birker Kreisverkehr Tag für Tag passieren, mögen sich fragen, was da in Sichtweite riesigen Spargelköpfen ähnlich in den vergangenen Monaten buchstäblich aus der Erde gewachsen ist, dort, wo ehedem Felder waren. Was mag sich unter den halbrunden Kuppeln verbergen?

Nein, dies ist kein Klein-AKW und auch keine Sternwarte. Sondern eine Biogasanlage, im Besitz der Firma EVB. Das Kürzel steht für „Energie vom Bauern”. Und dahinter verbirgt sich wiederum Landwirt Walter Lamberts. Freilich nicht allein. Er hat einen Kompagnon im Boot, Leo Steins aus Lontzen. Beide sind EVB-Geschäftsführer. „Biogas ist ein echtes Multitalent. Nicht nur die Landwirte sind überzeugt, sondern auch die Kapitalgeber.” Dies hat Friedhelm Decker, Präsident des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes, Ende vergangener Woche konstatiert, als NRW-Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg in Gangelt eine Biogasanlage per Knopfdruck in Betrieb genommen hat.

„Die Umwelt hat etwas davon, die Landwirtschaft hat etwas davon, und als Drittes hoffe ich, dass ich als Unternehmer auch etwas davon habe”, sagt Walter Lamberts. Also ist er schon morgens früh vor Ort und „füttert” die Anlage mit dem Substrat, das auf dem Gelände lagert. Auf einer Fläche von 3500 Quadratmetern kann er 10.000 Tonnen Mais aufbewahren, die nur zum Teil von seinen in Eschweiler gelegenen Feldern stammen, wo Lamberts auch Zuckerrüben anbaut. Anderes wird von anderen Bauern zugeliefert und vor Ort gleich gewogen. Auf Würselener Böden gedeihen im Lambertsschen Betrieb auch noch Spargel, Kürbisse, Erdbeeren und Blumen.