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Richterich/Herzogenrath: Bezirksvertretung Richterich lehnt B258n ab

Richterich/Herzogenrath : Bezirksvertretung Richterich lehnt B258n ab

Planung und Bau einer neuen Bundesstraße 258 (B258n) zwischen Kerkrade und Richterich stoßen nicht nur bei der Bürgerinitiative „B258nein”, sondern auch in der Bezirksvertretung Richterich auf großen Widerstand. Sowohl von der CDU als auch von der SPD und den Grünen liegen Anträge vor, auf diese Straße zu verzichten.

So beantragt Bezirksvertreter Hubert Rothe namens der CDU-Fraktion, folgende Resolution zu beschließen: „Die Bezirksvertretung Richterich lehnt die Pläne zum Bau einer Schnellstraße in Verlängerung der Kohlscheider Straße Richtung Kerkrade östlich von Horbach ab. Die Bundesregierung und das Bundesministerium für Verkehr werden aufgefordert, von den Plänen zum Bau dieser Straße Abstand zu nehmen. Oben genannte Straße würde schützenswerte Naturflächen in unserem Stadtbezirk nördlich von Richterich zwischen Horbach und Herzogenrath, die als Erholungs- und Freiräume für Mensch und Natur dienen, zerstören. Auch wirtschaftliche Gründe sprechen gegen den Bau einer solchen Straße, da der Verkehr Richtung Kerkrade über das vorhandene Straßennetz und hier vor allen die Autobahn A4 abgewickelt werden kann.”

Zur Begründung schreibt Rothe, die Verabschiedung dieser Resolution durch die Bezirksvertretung sei geboten, da die Bevölkerung wegen der Pläne zum Bau der Straße sehr beunruhigt worden sei. Die Bezirksvertretung als kommunales Sprachrohr der Bürger sollte daher eindeutig Stellung beziehen.

Eilige Sache

Der Oberbürgermeister der Stadt Aachen soll gebeten werden, die Entschließung an die Bundesregierung, das Bundesministerium für Verkehr, den Bundestag sowie Landesregierung und Landtag weiter zu leiten. Die Sache sei eilbedürftig, damit keine weiteren Fakten geschaffen würden.

Im Namen von SPD und Grünen stellen Manfred Kuckelkorn (SPD) und Dr. Lisa Lassay (Grüne) folgenden Antrag: „Die Bezirksvertretung Aachen-Richterich lehnt die Realisierung der geplanten Bundesstraße 258n ab und bittet als Grundlage für die Einleitung weiterer Schritte die Verwaltung um einen Sachstandsbericht zum Stand der Planung.”

Hier heißt es zur Begründung: „Durch die geplante B 258n als Verbindung zwischen der Roermonder Straße und Dentgenbachweg im niederländischen Kerkrade würde ein wertvolles Naherholungsgebiet insbesondere für die örtlichen Gemeinden im Aachener Nordwesten zerstört. Eine wesentliche Verkehrsentlastung auf deutscher Seite, zum Beispiel der Roermonder Straße/L 232, ist nach den vorliegenden Erhebungen nicht zu erwarten. Angesichts des dichten Verkehrswegenetzes zwischen Aachen und den benachbarten niederländischen Städten Heerlen und Kerkrade inclusive einer Autobahnverbindung ergibt sich keine Notwendigkeit für eine zusätzliche Straßenverbindung (B258n). Ein solch weiterer Flächenverbrauch in der Horbacher Börde widerspricht der Funktion des Gebietes als Ausgleichsfläche für das grenzüberschreitende Gewerbegebiet Avantis und ist auch aus diesem Grund abzulehnen”, heißt es in dem Antrag.