Berufskolleg Jugendkunstschule

Kooperation zwischen Berufskolleg und Kunstschule : „Die Tanzbegeisterung wuchs von Minute zu Minute“

Die künstlerische Kooperation zwischen dem Berufskolleg Alsdorf und der Jugendkunstschule „Aber Hallo“ trägt weiter reife Früchte – und was für welche! Das zeigt sich beim Jahresabschluss.

Zum Jahresabschluss hatte sich die internationale Förderklasse des Berufskollegs (BK) nach einwöchiger Vorbereitung zur großen Abschlusspräsentation auf der Kunstschulbühne in Busch eingefunden. Unter den Augen von Mitschülern, Lehrern, Freunden und weiteren Besuchern zelebrierten die knapp 20 Jugendlichen ihre Performance unter dem Titel „Schrittgeschwindigkeit“. Beim „Marsch“ auf die Bühne wurde eben jene Geschwindigkeit noch gehalten. Danach explodierte ein Feuerwerk an Bewegung, Rhythmus, kontemplativen Elementen und kreativer Unordnung.

Viele der internationalen Schüler, die berufsvorbereitend das BK besuchen, sind erst seit wenigen Monaten in Deutschland und hatten dementsprechend bislang Sprachschwierigkeiten. Mit Körpersprache, Gesten und Zeichnungen wurde diese Hürde erstaunlich schnell beseitigt. Allein der sprachliche Erfolg der Jugendlichen war bemerkenswert. Kurze, nicht einstudierte Dialoge, wurden in die Aufführung eingebaut. „Begegnung durch Tanz und Theater“ lautete das altbewährte Motto der Jugendkunstschule unter der Leitung von Alexander Müller-Hermes, die bei Tanzprojekten traditionell mit dem „Cultur-Bazar“ Aachen (Yorgos Theodoridis) zusammenarbeitet.

Um neun Uhr traf man sich am Montagmorgen zur ersten Einheit. „Wir wollen vor allem das Selbstbewusstsein trainieren und die Schüler kreativ fordern. Das Stück wurde gemeinsam zusammengestellt und durchgehend weiter modifiziert“, erzählte uns Theodoridis. Schnelle Erfolgserlebnisse im sprachlichen wie künstlerischen Sektor zogen die Teenager schnell in einen unglaublichen Bann. Das Ziffernblatt zeigte längst zwölf Uhr Mittags an und die Jugendlichen verschwendeten noch keinen Gedanken an eine erste kleine Pause.

Mit simplen Bewegungsaufgaben „kitzelte“ das Trainerteam um Theodoridis das Kreativ-Gen der Schülergruppe. Die Choreografie wuchs von Stunde zu Stunde parallel zur Tanzbegeisterung. Bereits im vergangenen Jahr hatte ein ähnliches Projekt die Zuschauer begeistert. Die Tänzer von einst saßen diesmal im Publikum und beobachteten begeistert das Werk der Parallelklasse. In neutraler, schwarzer Kleidung „erforschten“ die Schüler die Geschwindigkeit. Was mit einem langsamen Fußmarsch begann, mündeten in verschiedenen, teils improvisierten Szenarien aus dem Alltag. Ob Discobesuch oder Begegnung auf offener Straße – die Tänzer fanden immer buchstäblich den richtigen Takt.

Aus Sicht von Müller-Hermes ist die Weiterentwicklung von Kulturbildung in Alsdorf und dem gesamten Nordkreis die Hauptaufgabe der Jugendkunstschule auch im kommenden Kalenderjahr. Die Erfolge in puncto Kooperation mit Schulen seien nur einige Argumente von vielen. Die Projektfördergelder der Landesarbeitsgemeinschaft Kultur, Jugend und Arbeit NRW e.V., der Landesarbeitsgemeinschaft Kulturpädagogische Dienste Jugendkunstschulen NRW e.V. sowie des übergeordneten NRW-Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration seien das Fundament der erfolgsträchtigen Arbeit.

(yl)
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