Alsdorf: Bergbaumuseumsverein fürchtet um seine Existenz

Alsdorf: Bergbaumuseumsverein fürchtet um seine Existenz

Der Verein Bergbaumuseum Alsdorf wird kämpfen: um sein Überleben sowie um eine Zukunft als Verein und für seine Exponate und Bestände.

Diese „Botschaft” durchzog die von Vorstands- und Vereinsmitgliedern gut besuchten Jahreshauptversammlung im großen Sitzungssaal des Alsdorfer Rathauses.

Langhaus verlassen

Der erzwungene Umzug des Vereins ins Langhaus nach der Gründung des Energeticons, so Geschäftsführer Dr. Georg Kehren und Vorsitzender Josef Kohnen, habe schon zur Verschrottung und dem Verlust wichtiger Exponate des Bergbaumuseums geführt.

Wenn man demnächst das Langhaus wegen der neuen Schullandschaft dort auch wieder verlassen müsste und keine Ausweichquartiere gefunden würden, sei der Bestand des Vereins selbst gefährdet.

Das, so Kohnen, gelte ebenso, wenn der Euregio-Trägerverein dem bisherigen Bergbaumuseum vorschreiben würde, wie er zu arbeiten habe. Kohnen: „Kein Ehrenamtler, der seit 22 Jahren dem Bergbaumuseum und seinen Zielen gedient hat, wird sich von einem eingesetzten Hauptamtlichen vorschreiben lassen, was und wie er zu arbeiten hat.”

Langfristig sei dann zu befürchten, dass der Verein Bergbaumuseum zu einem „Förderverein mutiert, der einmal im Jahr eine Fahrt und ein Vereinsheft anbietet”.

Gespräche mit dem EBV

Doch soweit ist es noch nicht: Mit Engagement, so der zweite Geschäftsführer Hans-Georg Schardt, setze sich der Verein beim EBV dafür ein, im Fördermaschinenhaus Hauptschacht eine neue sichere Heimat zu finden.

Laut Beisitzer Friedrich Ebbert hat es diesbezüglich schon hoffnungsvoll stimmende Gespräche über eine Nutzung gegeben habe.

Mitarbeiter des vom Verein beauftragten Architekturbüros Heiner Berlipp erläuterten, wie ein Fördermaschinenhaus der Zukunft im Sinne der Vereins Bergbaumuseums aussehen könnte: Für das Erdgeschoss würden demnach 100 Quadratmeter Nutzfläche für kleinere Ausstellungen, WC und Küche eingerichtet.

Über einen Treppenbau könne man die Obergeschosse erreichen. Im ersten Obergeschoss fänden die in der Region einmalige Bibliothek zum Thema Bergbau und das Archiv Platz.

Das zweite Obergeschoss soll für die umfangreiche Mineraliensammlung reserviert sein. Um den Charakter des Gebäudes zu verdeutlichen, schlägt das Büro Berlipp außen Stahlkonstruktionen vor.

Alles in allem würde eine solche Herrichtung des Fördermaschinenhauses Hauptschacht mit 420 Quadratmetern Nutzfläche rund 600.000 Euro kosten.

Eine stolze Summe, jedoch: „Bange machen gilt nicht”, so Josef Kohnen. Unter anderem mit Geldern des Landschaftsverbandes Rheinland könne die Idee womöglich umgesetzt werden.

Der Landschaftsverband, so Ministerialdirigent a.D. Hans-Dieter Collinet in einer Stellungnahme zu diesem Thema, werde gemeinsam mit der Städteregion und der Stadt Alsdorf im Energeticon-Trägerverband dafür sorgen, dass das Segment „Bergbau” im Energiemuseum der Zukunft seinen angemessenen Platz finde.

Collinet: „Wenn mancherorts der Eindruck erweckt wird, dass man den Verein Bergbaumuseum weghaben will und seine Sammlung vernichten will, so ist das nachweislich falsch.”