Würselen: Beim Euregio-Cup am Flughafen Merzbrück treten 50 Segelflieger an

Würselen : Beim Euregio-Cup am Flughafen Merzbrück treten 50 Segelflieger an

Das traumhafte Sommerwetter und die schier endlose Aufreihung von Segelfliegern am Horizont versetzte die Verantwortlichen des Euregio-Cups noch nicht in Ekstase — ein gewisses „Kribbeln“ stellte sich dennoch bereits ein. Lediglich drei Heißluftballons wagten an diesem Eröffnungsabend den Start am Flughafen Merzbrück.

Für die Segelflieger stand dafür Theorie auf der Tagesordnung: Die Wettbewerbsleitung hatte zum traditionellen Eröffnungsbriefing geladen.

50 Teilnehmer hatten zuvor den Weg in die Städteregion gefunden, einige von ihnen mussten Entfernungen von knapp 400 Kilometern zurücklegen. Es hätten noch deutlich mehr Starter sein können — die Wartelisten beim Luftsportverein Aachen (LVA) sind traditionell lang. Von Mittwoch bis Sonntag werden die Segler im Luftraum über der Region kreisen.

Sicherheit und sportliche Noblesse sind Kernthesen der Veranstalter. Flugplatz-Chef Uwe Zink erläuterte: „Sie haben sich den richtigen Wettbewerb ausgesucht. Hier grüßt man sich auch nach harten Wettkämpfen vom ersten bis zum letzten Tag.“

Neben den routinemäßigen Sicherheitsanweisungen wurden die Flieger vor allem auf eine bekannte Neuerung im Flughafenumfeld eingestellt. Der erst seit wenigen Jahren laufende Bahnverkehr nimmt direkten Einfluss auf die Start- und Landeerlaubnis. Eine rote Warnleuchte signalisiert die vorübergehende Sperre bei Zugdurchfahrt.

Unterteilt in die Leistungsklassen der „Hasen“ und „Igel“ werden die Segler von Schleppmaschinen nach Süden gezogen. Auf korrekter Höhe angelangt, klinken sich die Piloten über dem Würselener Wald ab und beginnen ihren Flug zum Pflichtwendepunkt über dem „Kronenbrot-Tower“. GPS-Geräte zeichnen die Flugbahn auf den Meter genau auf und dienen den Kampfrichtern beim Ahnden etwaiger Verfehlungen.

Multimedial sind Piloten wie auch Veranstalter auf dem neuesten Stand: Zusätzlich zum „Live-tracking“ im Clubheim (alle Positionen der in der Luft befindlichen Maschinen werden in Echtzeit projiziert) steht den Piloten eine professioneller Wetter-App speziell für den Segelflug zur Verfügung. Jeder Teilnehmer muss für einen zu wertenden Wettkampftag mindestens 50 Kilometer Strecke zurücklegen. Die Ziellinie muss mit einer Mindesthöhe von 390 Metern überflogen werden.

Bei allem technischen Aufwand bleibt das Menschliche während der besonderen fünf Tage natürlich nicht auf der Strecke. Viele der teilnehmenden Gäste kampieren auf dem Flugfeld, jeden Abend wird in geselliger Runde gegrillt. LVA-Vorsitzender Hartmut Biebricher brachte es auf den Punkt: „Bei uns gibt es immer was zu erleben. Wir freuen uns über jeden Zuschauer und jeden Gast. Dieser tolle Sport ist einen Besuch wert.“

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