Alsdorf: Bei Schuhen darf Postbote nicht sparen

Alsdorf: Bei Schuhen darf Postbote nicht sparen

Nur einmal war Helmut Zantis beim Schuhkauf geizig. Das Resultat nach zwei Tagen in den Billig-Turnschuhen: „Furchtbar dicke Blasen!” Die fußfeindlichen Dinger flogen sofort in den Müll, denn Blasen kann der 46-Jährige in seinem Job nicht brauchen. Der Mann ist Postbote. Also einer, der viel läuft. Und seine Tage beginnen früh...

Um 5.30 Uhr klingelt der Wecker. Dann greift Helmut Zantis zur Fernbedienung und lässt sich zehn Minuten lang im Bett vom Frühstücksfernsehen berieseln. „Ich brauch´ das, um richtig wach zu werden.” Gegen 6.30 Uhr kommt er in die Alsdorfer Postzentrale am Denkmalplatz.

Bis zu 1500 Sendungen stellt jeder Briefträger täglich zu, in der nahenden Weihnachtszeit werden es noch mehr sein. Diese Menge will erstmal sortiert sein. Sein Pensum erledigt Helmut Zantis an einem Tisch, der ringsum von Regalen mit etlichen kleinen Fächern flankiert wird. Deren Reihenfolge stellt seinen Laufweg dar, er ist zuständig für den Alsdorfer IGA-Park und den Ortsteil Bettendorf.

Flott landen die Briefe in den passenden Fächern. Ein knapper und routinierter Blick auf die Adresse nur, dann hält er bereits den nächsten in Händen. Zack, zack. So muss es gehen, denn dieser Teil seines Berufs darf ihm nicht zu viel Zeit rauben. Er muss die sortierten Briefe möglichst rasch in postgelbe Plastikkisten packen und hin zu denen, die auf die Briefe warten.

„Wenn Briefe zu spät kommen, werden Kunden auch mal sauer”, sagt Zantis. „Als Briefträger ist man oft ein Prellbock für Beschwerden. Ärger mit der Post gehabt? Wir bekommen ihn zu spüren!” Den Unmut der Leute mildern könne er in den meisten Fällen freilich nicht. Also begegnet er Beschwerden mit dickem Fell und einem Lächeln. Der Mann macht seinen Job ja nicht erst seit gestern.

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