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Alsdorf: Bei kleinen Cowboys sitzen die Fäuste locker

Alsdorf : Bei kleinen Cowboys sitzen die Fäuste locker

Wer frech wird, fliegt! Starke Arme packen den Trunkenbold und werfen ihn in hohem Bogen aus dem Saloon. Draußen landet der Kerl im Matsch und bekommt vom Sheriff gleich noch einen saftigen Fußtritt mit auf den Weg. Der Säufer krümmt sich ein wenig, dann lacht er.

Mitten in die Kamera. „Alles im Kasten?” Jawohl. Die Szene hat gesessen. Sah richtig echt aus, diese Kneipenschlägerei. Später wird sie im Wildwest-Film zu sehen sein, an dem die Kinder bei einem Sommerferienatelier der Jugendkunstschule „Aber Hallo” basteln.

Ein Cowgirl namens Lilli

Eine Woche lang dreht sich alles rund um Cowboys und Indianer. Ein Thema vor allem für Jungs. Nur drei Mädchen mischen am Filmset mit. Cowgirl Lilly und zwei Indianerinnen. Begeistert sind sie jedoch alle von dem Stoff, aus dem die Cowboy-Träume sind. Obwohl: So richtig viel Vorwissen haben die Kinder nicht mitgebracht. „Ich war erstaunt. Wildwest scheint heute bei Kindern gar kein so großes Thema mehr zu sein wie zu meiner Zeit”, sagt Kunstschulleiter Claus Jürgen Klüglich. „Winnetou” - den kannten ein paar der Nachwuchshelden immerhin, aber ansonsten?

Egal, solange die Action am Filmset stimmt. „Ich find´s gut, dass es da immer so viele Schießereien gegeben hat”, sagt Niclas Elsen und lässt elegant seinen Spielzeug-Colt um den Finger wirbeln. Soll´n bloß herkommen, die Schurken. Er wird´s ihnen schon zeigen.

Damit solche Szenen später möglichst gut aussehen und sich bei den Dreharbeiten niemand verletzt, haben die Kleinen einen Crashkurs in Sachen Stuntarbeit hinter sich gebracht. Auf dicken Schaumstoffmatten haben sie geübt, wie man sich elegant abrollt. Damit es keine blauen Flecken gibt. Ihre Kulissen haben die Jungfilmer selbst aus Pappe gebaut. Eine Postkutsche, einen Saloon und ein Gefängnis. Was man halt so braucht im Wilden Westen.

Bloß ein richtiges Drehbuch haben die Kinder nicht. Wozu auch? Sie filmen einfach, wozu sie gerade Lust haben. Von der Kneipenschlägerei bis zum Banküberfall oder dem Leben im Indianerdorf. „So war´s im Wilden Westen” soll der fertige Film einmal heißen, der voraussichtlich im September seine Premiere in der Jugendkunstschule erleben wird.

Geradezu poetisch

Einen weiteres Sommerferienatelier gibt es während dieser Woche, in dem es sehr viel stiller zugeht als bei den Cowboys. Geradezu poetisch. „Licht und Schatten” ist das Thema. Dabei erfahren die Kinder, warum es eigentlich Schatten gibt und warum sie alles so grau machen.

Viele Experimente stehen dabei auf dem Programm. In stockdunklen Räumen hantieren die Kleinen mit Taschenlampen umher oder bauen Tiermodelle aus Draht, die sie vor eine Lichtquelle setzen. Dann beobachten sie, wie sich deren Schatten verändert, wenn sie die Lampe bewegen. Eine spannende Sache. „Vorher habe ich auf so etwas ja gar nicht geachtet”, sagt Franca Massek. Jetzt schon. „Da weiß man mal, was man mit Schatten alles machen kann.” Ein echtes Aha-Erlebnis für die Zehnjährige.

Solche spannenden Erfahrungen soll es auch in den kommenden Wochen bei „Aber Hallo” geben. Zwei Ateliers laden pro Woche zum Mitmachen ein. Unter anderem sind Theaterwelten und die Odyssee Themen für kreative Reisen. Einige Restplätze gibt es dafür noch. Mehr Infos unter 02404/20499.