Alsdorf: Bayer Leverkusens jüngster Profi trägt sich ins Goldene Buch ein

Alsdorf : Bayer Leverkusens jüngster Profi trägt sich ins Goldene Buch ein

Sein Talent wird Kai Havertz sicherlich von seinem Opa Richard Weidenhaupt-Pelzer, dem letzten Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Hoengen und früheren Vertragsspieler von Rhenania Würselen zu Oberligazeiten, geerbt haben. Der spielte damals nämlich bei den erfolgreichen Rhenanen mit Jupp Derwall und anderen Fußball-Größen zusammen.

In den Sport-Medien wird Havertz als Top-Talent mit einem Wahnsinns-Aufstieg bezeichnet, bescheiden im Auftreten und mit den Füßen auf dem Boden; wovon auch Sportchef Rudi Völler begeistert ist, wie er bereits im Februar gegenüber unserer Zeitung ausdrückte: „Ein Juwel. Er hat eine tolle Karriere vor sich.“ Der erste Trainer von Havertz, Roger Schmidt, bläst ins gleiche Horn: „Kai ist ein vollwertiges Mitglied unserer Mannschaft und hat alles, was man braucht, um in der Bundesliga zu bestehen.“

Schon nach der ersten hohen Auszeichnung, der Verleihung der Fritz-Walter-Silbermedaille als zweitbester U17-Nationalspieler auf DFB-Ebene am 31. August 2016 hatte Bürgermeister Alfred Sonders den Mariadorfer Jungen im Visier, um ihm einen Empfang zu bereiten. Es ergab sich bis dato aber keine Möglichkeit, denn nach der Auszeichnung ging der Fußballstern von Havertz erst richtig auf. Außerdem machte er zu dieser Zeit das Abitur. Um dies zeitlich besser zu verkraften, wechselte er vom Heilig-Geist-Gymnasium Würselen zum Landrat-Lucas-Gymnasium nach Leverkusen. Jetzt erwartet er nur noch die Noten.

Dass sich nun die Möglichkeit ergab, Havertz einen würdigen Empfang mit Eintragung in das Goldene Buch der Stadt zu gewähren, freute Bürgermeister Sonders um so mehr — zumal die Medien sich mit der Berichterstattung inzwischen überschlugen. „Es ist eine außergewöhnliche Sache, jüngster Profi in der Geschichte von Bayer Leverkusen zu werden. Hierauf sind wir Alsdorfer stolz.“

Der Bürgermeister, der ansonsten bei Empfängen die Laudatio selbst hält, hatte sich diesmal etwas anderes einfallen lassen. „Ich verstehe zwar etwas vom Fußball, aber möchte jetzt einmal aus berufenem Munde hören, wie eine solche Musterlaufbahn in so jungen Jahren entsteht.“

Sachlich und in aller Ruhe

Havertz schilderte sachlich und in aller Ruhe die Stationen seiner Laufbahn und beantwortete auch Zwischenfragen. Bei Alemannia Mariadorf hat er bis zum neunten Lebensjahr gespielt, nachdem Opa Richard ihm schon vorher auf der Wiese die Bälle zuwarf und ihn an den Fußball heranbrachte. Drei Jahre spielte er dann bei Alemannia Aachen und entwickelte sein Naturtalent immer weiter. Seit sieben Jahren spielt er bei Leverkusen. Im vergangenen Sommer nahm er bereits am Profi-Trainingslager teil. Er spielte bis zum Saisonende 23 Mal in der Bayer-Profimannschaft.

Blickt der Fußballer auf die atemberaubenden letzten Monate zurück und fragt man ihn nach erlebten Höhepunkten, so stellt er fest: 1. Mein erstes Tor gegen VfL Wolfsburg; 2. Der 1:0 Sieg von Bayer Leverkusen vor 85 000 Zuschauern im sagenhaften Londoner Wembley-Stadion gegen Tottenham Hotspur und 3. Die zwei Spiele gegen den FC Bayern München.

Im ersten Spiel habe er schnell gemerkt, dass es ein erheblicher Unterschied ist, ob man von einem Gleichaltrigen oder von David Alaba vom FC Bayern München auf dem Platz verfolgt wird. Es wurden auch noch Fragen zum Verhältnis zwischen älteren und jüngeren Spielern (Stichwort Konkurrenzdruck) sowie das Verhältnis der Spieler zum jeweiligen Trainer angesprochen.

Kai Havertz wusste aber, worauf es bei diesen Fragen ankam und formulierte die Antworten entsprechend professionell.

(rp)