Würselen: Bau der Gesamtschule startet nach Ostern: Bürgerinitiative wehrt sich

Würselen : Bau der Gesamtschule startet nach Ostern: Bürgerinitiative wehrt sich

Die von der „Bürgerinitiative gegen den Bau der Gesamtschule an der Krottstraße“ mehrfach angemahnte Baugenehmigung liegt seit Donnerstag vor, wie die Stadt Würselen mitteilte. Stadtsprecher Bernd Schaffrath sprach gar von einem „ganz besonderen und historische Tag im Kalender der Stadt Würselen“.

Im Rathaus am Morlaixplatz sei von der Verwaltungsspitze den Vertretern des Generalunternehmens die zentrale Schriftstück ausgehändigt worden.

Der Stadtrat hatte im Oktober vergangenen Jahres der Goldbeck Publik Partner GmbH mit Sitz in Bielefeld den Auftrag zur Errichtung der neuen Gesamtschule im Rahmen eines sogenannten ÖPP-Verfahrens erteilt. Das gesamte Bauvolumen liegt nach Angaben der Stadtverwaltung bei rund 25,8 Millionen Euro.

Mit der Fertigstellung des Mammutbauprojektes wird zum Juli 2019 gerechnet, so dass nach den Sommerferien im nächsten Jahr der Schulbetrieb der neuen Würselener Gesamtschule am neuen Standort in der Krottstraße aufgenommen werden könnte. Errichtet werden 30 Klassenräume, 15 Differenzierungsräume, eine Mensa mit einer Größe von 360 Quadratmeter, eine Aula mit einer Größe von 240 Quadratmeter. Die Versorgung erfolgt mit Fernwärme und einer Photovoltaikanlage.

Die Bruttogeschossfläche beträgt demnach exakt 11424 Quadratmeter und der Bruttorauminhalt 14100 Kubikmeter. Das Gebäude wird dreigeschossig errichtet und erhält aus Gründen des Lärmschutzes eine Lüftungsanlage für die zum Willy-Brandt-Ring ausgerichteten Räume.

Die Euphorie im Rathaus über den nun offiziellen Baubeginn teilt die Bürgerinitiative nicht. Sie will — wie mehrfach berichtet — auf Basis der Baugenehmigung juristisch gegen das Großprojekt vorgehen und vor dem Verwaltungsgericht Aachen den Bau stoppen lassen. Dies bestätigte BI-Sprecher und Anwohner Klaus Köhler gegenüber unserer Zeitung: „Ganz überrascht sind unsere Anwälte nicht, nun müssen die Gerichte prüfen, ob unsere Rechte verletzt worden sind.“

Ein zweites wichtiges Dokument ist laut Stadtsprecher Schaffrath — zeitgleich mit der Erteilung der Baugenehmigung — im Amtsblatt der Stadt Würselen veröffentlicht und auf diese Weise rechtskräftig geworden: der bereits vor fünf Monaten vom Stadtrat beschlossene Bebauungsplan 218, der das Areal betrifft, auf dem nun die Gesamtschule errichtet wird. Gegen diesen nun „beklagbaren“ Bebauungsplan will die Bürgerinitiative direkt per Kontrollverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster vorgehen.

Vorgefertigte Systemteile

Das Generalunternehmen Goldbeck will nach Ostern (21. Kalenderwoche) den Bau beginnen. „Dazu verwenden wir vorgefertigte Systemteile, die — ähnlich dem Lego-Prinzip — auf der Baustelle zusammengefügt werden“, wie es in einem Schreiben „an die Nachbarn der künftigen Gesamtschule Würselen“ heißt. Die Montagearbeiten sollen mit Hilfe eines Krans erfolgen.

„Für dieses Vorhaben planen wir 16 Wochen ein, so dass wir noch vor dem Wintereinbruch die Gebäudehülle dicht bekommen.“ Im Anschluss würden die Fassadenarbeiten und der Innenausbau anlaufen.

Goldbeck sei um einen zügigen Baufortschritt und eine emissionsarme Baustelle bemüht. Die örtliche Bauleitung stehe für Auskünfte zur Verfügung.

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