Würselen: Bardenberger Grundschule: Stimmen für das alte Schwimmbad

Würselen: Bardenberger Grundschule: Stimmen für das alte Schwimmbad

Unsinnig finden es Sabine Kaussen und Anja Gossens, dass ihre Kinder für den Schwimmunterricht von der Grundschule Bardenberg mit dem Bus zum rund fünf Kilometer entfernten Aquana gebracht werden müssen. Viel zu viel Zeit ginge durch die Fahrt verloren.

Je nach Verkehrslage pro Strecke zehn bis 15 Minuten. „Dabei ist das Lehrschwimmbecken noch intakt“, sagt Kaussen. Auch Umkleiden und Duschen seien noch vorhanden. Deshalb hatte sie kürzlich in Geschäften Unterschriftenlisten ausgelegt. Ergebnis: Rund 500 Bardenberger haben sich für eine Renaissance des alten Schwimmbads ausgesprochen.

Seit 2015 besuchen Kaussens und Gossens Kinder, zweimal sechs und acht Jahre alt, die Bardenberger Grundschule. Fünf Jahre also, nachdem der Beschluss gefasst worden war, das Lehrschwimmbecken, das sich direkt auf dem Schulgelände befindet, zu schließen. Damals hatte die Stadtverwaltung Würselen vorgerechnet, eine Instandsetzung würde 350.000 Euro kosten.

Heute sagt der Erste und Technische Beigeordnete der Stadt, Till von Hoegen, diese Zahl sei damals zwar in den Raum gestellt worden — belastbar sei sie aber nicht. „Es ist nie ernsthaft geprüft worden, was eine Instandsetzung tatsächlich kosten würde.“

Ein solches Verfahren sei sehr umfänglich, man könne nicht einfach eine Zahl „aus der Hüfte schießen“. Außerdem habe er derzeit auch keinen Auftrag, eine solche Prüfung vorzunehmen. „Wir haben einen anderslautenden Beschluss.“ Zur Erinnerung: Das Becken erhält Trockenbauwände und wird ein zusätzlicher Raum für die Mittagsbetreuung. Kosten: 153.000 Euro.

Beschluss hin oder her, die beiden Mütter wollen sich nicht so leicht geschlagen geben. In der kurzen Zeit, die zur Verfügung stehen würde, würden die Kinder „im Leben nicht schwimmen lernen“, meint Anja Gossens. Zudem sei das große Becken im Aquana für manche Kinder, die vielleicht noch etwas ängstlich seien, abschreckend.

Wassergewöhnung im überschaubareren Lehrschwimmbecken könnte aus ihrer Sicht einfacher stattfinden. Darüber hinaus, findet Kaussen, würden auch die Vereine, die das alte Schwimmbad früher vielfach genutzt hätten, von einer Wiedereröffnung profitieren.

Sie will ihre Unterschriftensammlung nun Politik und Verwaltung übergeben. Kontakt zur Stadtverwaltung, so erzählt sie, habe sie auch schon mal gesucht, sei aber nur bis zum Vorzimmer des Ersten und Technischen Beigeordneten gekommen. Das Vorzimmer habe ihr ausrichten lassen, eine Instandsetzung würde sich auf rund 800.000 Euro belaufen. Till von Hoegen widerspricht: Solche spekulativen Aussagen würde er nie machen.

Ungeachtet einer genauen Summe erwägen Sabine Kaussen und Anja Gossens, Spenden für eine Sanierung zu sammeln. Der ein oder andere Handwerker, der sich vielleicht ehrenamtlich zur Verfügung stellen würde, fiele ihnen auch ein. Ob das in der Praxis alles so umsetzbar ist, wäre natürlich noch zu klären ...

(vm)