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Würselen: Bald mit Führerschein an den Computer

Würselen : Bald mit Führerschein an den Computer

Ein Führerschein mit 14 Jahren? Am städtischen Gymnasium in Würselen ist das kein Problem. Allerdings geht es dabei auch nicht um das Autofahren. Sondern um eine Computerlizenz. „European Computer Driving Licence” heißt sie, kurz ECDL und zu Deutsch „Europäischer Computer-Führerschein”. Dieser Führerschein ist unter den Gymnasiasten begehrt.

Das Gymnasium, ohnehin im „Lemmon”-Projekt mit seinen Laptop-Klassen stark im Bereich „Neue Medien” engagiert, will den Schülern mit dem Computerführerschein bessere Zukunftschancen eröffnen.

Grundkenntnisse im Bereich Computer und Datenverarbeitung sind längst in etlichen Berufen notwendig -Êmit der in 148 Ländern anerkannten ECDL können diese in Zukunft unkompliziert nachgewiesen werden.

Von den Computerkenntnissen profitieren die Schüler bereits während ihrer Schulausbildung. Schulleiter Günther Sonnen: „In einer Zeit, in der das Internet Informationen bietet und Schulbuchverlage hilfreiche Software im Programm haben, muss man diese Medien geradezu mit einbeziehen.”

Auch bei einem Studium soll der Führerschein helfen: An der Uni sind schließlich alle Hausarbeiten und Ausarbeitungen am Computer anzufertigen.

Begonnen hat das Lernen für die Lizenz bereits in den Informatikkursen der achten und neunten Jahrgangsstufen. Langfristig sollen alle Schüler die Möglichkeit haben, ihren Computerführerschein zu machen.

„Im Fachunterricht, in den Informatikkursen, in AGs, Tutorien und mit Hilfe von Selbstlernprogrammen sollen die Schüler in Zukunft die notwendigen Kenntnisse erwerben”, sagt Informatiklehrer Christoph Kroll, der momentan gemeinsam mit seinem Kollegen Volker Richterich die Schüler ausbildet.

Auch die beiden Lehrer haben den Führerschein erworben. Was gar nicht so einfach gewesen sei. Richterich: „Die ECDL ist modular aufgebaut. Die Schüler müssen in den sieben Bereichen Grundlagen der Informationstechnik, Betriebssystem, Textverarbeitung, Datenbank, Tabellenkalkulation, Präsentation sowie Internet und E-Mail Prüfungen ablegen.” Zwei dieser Module können pro Halbjahr absolviert werden, insgesamt soll die Vorbereitung maximal drei Jahre dauern.

Erste Erfahrungen

Von ersten Erfahrungen kann die Achtklässlerin Lena berichten. „Der Anreiz, die Lizenz zu machen, war für mich ganz klar die bessere Chance bei Bewerbungen für den Beruf.” Viele Unternehmen erkennen die Lizenz an oder setzen sie sogar voraus. „Mal eben nebenbei”sei der Lernstoff für die Prüfung allerdings nicht zu bewältigen. „Anfangs war es sehr einfach, aber der Schwierigkeitsgrad steigt stark an.” Nicht nur Grundkenntnisse, sondern auch vertieftes Wissen in den einzelnen Modulen seien notwendig, um die jeweils 36 Fragen der sieben Tests zu beantworten „Man muss methodisch bewusst mit den Programmen umgehen können, sonst kommt man durch diesen Test nicht durch”, sagt Informatiklehrer Christian Kroll.

Abgelegt werden die Prüfungen online, allerdings nicht am heimischen PC. „Die Tests absolvieren wir in der Schule im Testzentrum unter Aufsicht eines Lehrers”, sagt der Neuntklässler Tim. Sein Klassenkamerad Jens erkennt schon jetzt positive Aspekte des Tests: „Man lernt eben jede Woche was dazu.”