Herzogenrath: Bahnbrücke verschwindet Stück für Stück

Herzogenrath: Bahnbrücke verschwindet Stück für Stück

Auf dem Weg ins Wurmtal? Dann ist ein Umweg nun definitiv unvermeidbar. Denn dort wo einst die Brücke am Pilgramsweg (Maubacher Brücke) Fußgänger über die Bahnstrecke Aachen-Mönchengladbach führte, klafft nun eine große Lücke. Die Abbrucharbeiten, sie waren bekanntlich aufgrund des maroden Zustands des Bauwerks unabdingbar geworden, laufen auf Hochtouren.

Doch davon bekommt man derweil recht wenig mit. Denn um die Beeinträchtigung des Bahnverkehrs auf dieser Hauptstrecke möglichst gering zu halten, wurden dazu seitens der Deutschen Bahn AG Sperrzeiten nahezu ausschließlich während der Abend- und Nachtstunden eingeräumt. So auch in der Nacht zu Mittwoch, wo es dem Bauwerk so richtig an den Kragen ging.

Detailarbeit: Die Brückengeländer mussten abgeschweißt werden.

Da ein konventioneller Abriss mit Baggern erheblich längere Sperrzeiten bedeutet hätte — die Oberleitungen hätten abgebaut und die Gleise vor dem herunterfallenden Schutt geschützt werden müssen — entschied man sich, den Überweg mit monströsen Kreissägen in Segmente zu schneiden und anschließend Stück für Stück zu entfernen. Ein Autokran mit einer Tragkraft von 220 Tonnen rückte aus Köln an, um während der nächtlichen Sperrpause den Überbau der Brücke auszuheben und für den Abtransport abzulegen.

Trotz des Einsatzes moderner und leistungsstarker Maschinen, ging dennoch nichts ohne den Einsatz von purer Muskelkraft. Mit Schneidbrenner, Bohrer und Brechstange ausgestattet waren mitunter zwölf Arbeiter zeitgleich auf dem Überbau damit beschäftigt, Brückengeländer zu entfernen, die Ketten um die zu hebenden Teile zu legen und die tonnenschweren Betonteile aus ihrer alten Lage zu rücken.

Bereits am 7. März hatten die Rückbauarbeiten begonnen, zunächst mit vorbereitenden Maßnahmen wie dem Abtragen des Straßenbelags und Vorarbeiten für das Zerlegen des Brückenüberbaus.

In weiteren Nächten werden nun die beiden seitlichen Betonüberbauten konventionell mit Abbruchmeißeln weggestemmt — bis auf die Widerlager müsse alles weg.

Derzeit ist nach dem Abriss an gleicher Stelle die Errichtung einer neuen Brücke ausschließlich für Fußgänger und Radfahrer vorgesehen.

Allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt, da dieser Neubau unter anderem abhängig von der Bewilligung etwaiger Fördermittel, beziehungsweise der städtischen Haushaltslage sei, sodass hierüber noch nicht abschließend entschieden werden konnte.

Im Verlauf des Monats Mai 2016 sollen die Abrissarbeiten abgeschlossen werden. Fußgänger und Radfahrer müssen seit Beginn der Arbeiten und bis auf Weiteres die Unterführung nutzen, welche zu diesem Zwecke behelfsmäßig ertüchtigt wurde.

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