Setterich-Nord und Baesweiler-West: Stadt will Sozialräume fördern

Setterich-Nord und Baesweiler-West : Einen neuen Anlaufpunkt schaffen

Das Projekt „Soziale Stadt Setterich-Nord“ soll auf jeden Fall über 2019 hinaus fortgesetzt werden. Deshalb hatte bereits der Stadtrat beschlossen, einen neuen Förderantrag über 763.000 Euro zu stellen. „Neuland“ betritt die Kommune mit einem zusätzlichen Sozialraum: „Baesweiler-West“. Hier bittet die Stadt um Unterstützung der Bevölkerung, insbesondere Hausbesitzer und Vermieter.

Gesucht wird eine Anlaufstelle in West, um die mit dem Konzept „Soziale Stadt“ verbundenen Beratungsangebote aufbauen zu können.

Zwei Objekte hatte die Verwaltung bereits im Auge, wie Erster Beigeordneter und Sozialdezernent Frank Brunner im Gespräch mit unserer Zeitung sagte. Aber das habe sich mittlerweile zerschlagen. Benötigt werden „am besten zwei Räume“: einen etwa 40 bis 50 Quadratmeter großen, in dem auch kleinere Treffs oder Info-Veranstaltungen stattfinden könnten, und ein etwa 20 Quadratmeter großes Büro, in das man sich unter anderem zu vertraulichen Gesprächen mit Rat- und Hilfesuchenden zurückziehen könne (Hinweise erbeten).

„Ankerpunkt für Vielfalt“

An diesem „festen Ort“ sollen zudem Angebote für Bildung unterbreitet werden. Es soll ein „Ankerpunkt für kulturelle Vielfalt“ sein, für haupt- und ehrenamtliche Aktivitäten generell, heißt es unter anderem. Mit Hilfe von möglichen Kooperationspartnern, so unter anderem die Malteser Werke GmbH (siehe Beitrag unten), der Seniorenresidenz am Carl Alexander Park, der Grengrachtschule, Kitas, VHS, aber auch dem Harmonieverein St. Petrus oder der Seniorenwerkstatt, will man entsprechende Angebote schaffen. Angesichts der Defizite gerade in der Offenen Jugendarbeit soll hauptamtliches Jugendbetreuungspersonal eingestellt werden, was noch mit der Städteregion (Jugendamt) zu klären sei.

Wichtiger Aspekt in Baesweiler-West, so die Sozialplaner, sind die Animierung zu Unternehmungen und Bewegung, und damit einhergehend die Verbesserung der Ernährung und Gesundheit. Kinder und Jugendliche sollen zu einem gesünderen Verhalten angehalten werden, in dem sie zum Beispiel unter Anleitung Essen zubereiten. Die Älteren sollen aber nicht vergessen und eine auf diese Bevölkerungsgruppe abgestellte Gesundheitsberatung installiert werden, außerdem eine Anlaufstelle „für Menschen in besonderen/schwierigen Lebenslagen“.

Eine Fachkraft könnte sich nicht um um Jugendliche, sondern auch um Flüchtlinge kümmern. „Für Menschen, die noch keine Pflegebedürftigkeit haben“, so Brunner, sollen Seniorenhelfer (Pflegefachkräfte) aktiv werden. Ehrenamtliche „Organizer“ könnten in den drei Schritten Zuhören, Recherchieren und Handeln weiteren Problemen, aber auch Lösungen auf die Spur kommen. Verschönerung des Wohnumfelds und Förderung sozialen Wohnungsbaus sind weitere Ansätze für „Baesweiler-West“.

In Baesweiler-West sollen modifiziert eine Reihe bewährter Aktivitäten fortgesetzt werden. Markanteste Neuerung dürfte das Anlegen eines „multifunktionalen Bewegungs- und Aktionsplatzes“ sein. Hier bietet sich laut Sozialdezernent Brunner ein Grundstück neben dem Schulhof der Gemeinschaftsgrundschule St. Barbara an.

Der weitere Beteiligungsprozess mündet zum einen in die Sozialplanungskonferenz am Mittwoch, 3. Juli, mit Experten aus verschiedenen Bereichen und Institutionen und zum anderen in das Jugendparlament am Donnerstag, 11. Juli, sowie in zwei Bürgerkonferenzen in der zweiten Jahreshälfte, eine für den Sozialraum „Setterich-Nord“ und eine für den Sozialraum „Baesweiler-West“, wie Bürgermeister Linkens betont, der die Einwohner und besonders Jugendliche dazu einlädt, sich aktiv am Prozess zu beteiligen. Es sollen ein breiter Austausch angeregt und die Chancen zur Mitgestaltung erhöht werden.

Die Veranstaltungen werden über das Programm „Zusammen im Quartier – Kinder stärken – Zukunft sichern“ des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes gefördert, ebenso im nächsten Jahr Diskursveranstaltungen und qualitative Interviews mit Familien in den beiden Programmgebieten.

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