Reanimationskurs in der Baesweiler Realschule

Realschule Baesweiler : Reanimation steht auf dem Stundenplan

Das sieht schon alles ganz gut aus, was Dr. Matthias Deininger da inspiziert. Er schaut auf die Neuntklässler der Realschule Baesweiler und gibt Tipps. Der Notarzt hat die etwa 80 Schüler theoretisch geschult. Nun geht es an die Praxis.

Der Kurs, an dem sich die Schule wie selbstverständlich beteiligt, nennt sich „Laienreanimation“ und ist ein landesweites Projekt. Bevor sich Realschulleiter Jan Braun ein eigenes Bild vom Fortgang der Schulung macht, betont er: „Unsere Schule legt sehr viel Wert, darauf frühestmöglich an die Kinder heranzutreten und sie für die Reanimation zu sensibilisieren“.

Da steht auch das komplette Lehrerkollegium dahinter, stellt Braun heraus. Notarzt Dr. Deininger, als Anästhesist an der Universitätsklinik Aachen, hat eigens für diesen Kurs einen Film mitgebracht und zusätzlich 60 Übungspuppen dabei. Der Mediziner führt ein: „250 Menschen sterben täglich, nachdem ein Herzstillstand vorausgegangen ist.“

Das lässt die Schüler sichtbar nicht kalt. Auch dann nicht, als Deininger erklärt, was bei einem Herzstillstand eigentlich genau passiert: „Das Herz steht still, es findet kein Blutfluss statt und die Zellen werden nicht mehr mit Sauerstoff versorgt.“ Natürlich wird in fast allen Fällen der Notarzt per Helikopter oder Rettungswagen zum Einsatzort geführt. Aber man kann als Laie zuvor eine erste Reanimation auch vornehmen. Man muss aber eben wissen, wie das geht.

Ein Welthit der Bee Gees, „Staying Alive“, eignet sich dazu sehr gut als Taktgeber, erklärt der Assistenz-Arzt der Aachener Uni, der im Team von Univ.-Prof. Dr. med. Rolf Roissant arbeitet.

Das Projekt, das sich über mehrere Tage zog, richtet sich in erster Linie an Schüler ab der 7. Klasse und enthält einen Theorie- sowie einen Praxisteil. Ziel ist es, die Wiederbelebungskompetenz von Schülerinnen und Schülern, aber auch von Lehrerinnen und Lehrern sowie allen weiteren am Schulleben beteiligten Fachkräften und gegebenenfalls auch Eltern zu stärken. Jan Braun sah den mit sehr viel Interesse von den Schülern begleiteten Kurs auch dazu an: „Hemmungen im Zusammenhang mit bedrohlichen Situationen abzubauen.“ In dem Zusammenhang erwähnte der Schulleiter auch, dass man einen eigenen Schulsanitätsdienst unterhalte.

(mali)
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