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Bürgerkonferenz „Setterich-Nord“: Pläne präsentiert und Ideen diskutiert

Bürgerkonferenz „Setterich-Nord“ : Pläne präsentiert und Ideen diskutiert

Bei der Bürgerkonferenz „Setterich-Nord“ hat die Stadt Baesweiler mit Bürgern über Entwicklungsperspektiven für den Sozialraum gesprochen. Es ging um das integrierte Handlungskonzept 2019.

Bei diesem vorgebrachten Wunsch musste die Stadt dann doch passen, als ein Teilnehmer, selbst mit einer Marokkanerin verheiratet, im Rahmen der Bürgerkonferenz die „Förderung von Mischehen“ anbrachte. Das würde die Stadt selbstverständlich gerne sehen. „Aber wir sind nun mal kein Eheanbahnungsinstitut“, bemerkte Bürgermeister Dr. Willi Linkens schmunzelnd. Zur Bürgerkonferenz im Wohn- und Pflegeheim Burg Setterich wurden einige Ideen der etwa 30 Teilnehmer dieser Zusammenkunft diskutiert.

Die Konferenz wurde von der Stadt anberaumt, um im Rahmen des integrierten sozialen Handlungskonzeptes 2019 die Maßnahmenplanung für den Sozialraum „Setterich-Nord“ vorzustellen. Eine zweite Konferenz, die den Sozialraum „Baesweiler-West“ betrifft, wird am 13. November ausgerichtet. Auffallend: das Thema interessierte in erster Linie die älteren Mitbürger Setterichs sowie die Politik aus allen Fraktionen. Bürgermeister Dr. Willi Linkens leitete die Vorträge mit der Bemerkung ein, „dies ist für uns als Stadt ein sehr wichtiges Thema“. Er verdeutlichte noch einmal, dass das integrierte Handlungskonzept auf dem Sozialbericht 2017 basiert und den darin gesammelten Daten zur Erfassung der Lebenssituation von Baesweiler Bürgerinnen und Bürgern.

Besonderer Handlungsbedarf

Im Zusammenhang mit dem Sozialbericht fand eine große Beteiligung und Einbeziehung der planenden Fachämter sowie von öffentlichen Trägern, Vertretern der Wirtschaft, aus Vereinen und insbesondere der Bürgerschaft statt. Linkens unterstrich in seiner Einleitung, „die im Rahmen des Sozialberichts erhobenen und ausgewerteten Daten haben gezeigt, dass beide beleuchteten Sozialräume eine defizitäre Sozialstruktur und einen damit einhergehenden besonderen Handlungsbedarf aufweisen, auf den wir unseren Fokus richten müssen“. Das Handlungskonzept „stellt die Schwächen und Stärken sowie Perspektiven und eine Strategie zur positiven Entwicklung der beiden Sozialräume dar“.

Den Auftrag und die Ziele stellte Sozialamtsleiterin Angelika Breuer in Vertretung des Kulturdezernenten und Beigeordneten Frank Brunner vor. Breuer: „Wir werden auf vielen laufenden Maßnahmen aufbauen. Aber wir werden auch neue Dinge installieren“. Wie das im Einzelnen aussieht, erläuterte die städtische Sozialplanerin Eva Hennig. 37 Maßnahmen sind vorgesehen, die größten stellte sie besonders heraus. So unter anderem einen „multifunktionellen Bewegungs- und Aktionsplatz“, der seinen Standort neben der Barbara-Grundschule haben wird. Unter anderem sind dort ein Fahrradparcours und ein Calisthenicsquartier vorgesehen.

Interviews mit Settericher Familien

Zudem wird die Stadt die Zusammenarbeit mit dem Stadtteilmanagement im Hause Setterich intensiv fortführen. Die Strukturen des Hauses stellte Eva Hennig ebenfalls vor. Im Haus Setterich gibt es vielfältige Angebote in Sachen Bewegung, weitere Nutzung des Tonstudios, Öffentlichkeitsarbeit, Sozialarbeit, ein Kunstbeteiligungsprojekt, Ferienangebote oder auch die Integrationsagentur.

Hennig stellte außerdem „sozialplanerische Maßnahmen“ vor. Das betrifft auch eine Reihe von Interviews, die mit Settericher Familien geführt werden. Insgesamt sind 15 Interviews mit Familien aus dem Gebiet Setterich-Nord vorgesehen. Die Teilnehmer der Bürgerkonferenz hatten Gelegenheit, einen Fragebogen auszufüllen, der von der Stadt vorbereitet wurde. Auch in dieser Befragung wurde darum gebeten, eigene Vorschläge anzubringen.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass Vereine kaum Personal für zusätzliche ehrenamtliche Tätigkeiten hätten und auch die finanzielle Basis stimmen müsse. Linkens schlug in diesem Zusammenhang vor: „Es gibt Hunderte Frühpensionäre, die in verschiedenen Disziplinen mitmachen könnten“. Sein Wunsch ist es, „aus der distanzierten Zuschauerrolle in eine aktive Rolle zu wechseln“. Weiterhin angesprochen wurden Wünsche nach einer guten Flüchtlingsarbeit, die bessere Verkehrsanbindung in alle Himmelsrichtungen oder auch die Mitarbeit der jüngeren Bürger. Man solle sie mitgestalten lassen, lautete ein Vorschlag. Zur Belohnung könnte es beispielsweise Freikarten für das Schwimmbad geben.

In der Aula der Grengrachtschule wird am Mittwoch, 13. November, um 19 Uhr die Bürgerkonferenz für den Sozialraum „Baesweiler-West“ ausgerichtet.