Pflegeeltern für Entenküken in Baesweiler

Pflegeeltern : Ein Heim für mutterlose Entenküken in Baesweiler

Eine gute Woche sind „Whisky“ und „Wodka“ inzwischen alt. Die beiden Wildentenküken haben gute Chancen, ein normales Leben in freier Wildbahn zu führen. Doch um dort hinzukommen, müssen sie erst aufgepäppelt und an ein solches Leben gewöhnt werden.

Das haben sich Beata Konca und ihr Lebensgefährte Wilko Vankan zur Aufgabe gemacht. Beata Konca aus Loverich hat jedenfalls alle Informationen zusammengetragen, um den beiden Entlein bestmöglich ins Leben zu helfen.

Rückschau: Vor gut acht Tagen bekam die Pächterin des „Alten Brauhauses“ – sie arbeitet auch noch in einer Seniorenresidenz als Hauswirtschaftsleiterin – einen Anruf ihres Kochs Louis Costa-Nunez. Der hatte eine Entenmutter mit ihren Küken auf der Easingtonstraße mitten im Zentrum Baesweilers zwischen fahrenden Autos entdeckt. Louis Costa wusste: seine Chefin ist sehr tierlieb und würde einschreiten. Das tat Beata Konca dann unter tatkräftiger Mithilfe von drei Mitarbeitern des informierten Städtischen Bauhofs.

Verschreckt geflüchtet

Als das Retter-Team eintraf war die Entenmutter bereits verschreckt davon geflogen. „Wir haben die Küken dann mühsam eingefangen, um sie an einen sicheren Ort zu bringen“, berichtete Beata Konca. Aber erst, nachdem man noch Stunden gewartet hatte, ob die Mutter denn nun zurückkomme. Sie kam nicht mehr.

Beata Konca nahm die Tierchen mit nach Hause. Zwei überlebten, „die anderen aus der Familie haben wir leider nicht durchbekommen“, ist die tierliebe Gastwirtin („Das habe ich von meinem Opa in Schlesien mitbekommen“) bei der Schilderung den Tränen nahe. Flugs baute Wilko Vankan ein Laufställchen für die quicklebendigen Entenbabys und darüber hinaus nahm man Kontakt zu einer Fachfrau in Düren auf. Dort erhielten die Gastronomen viele Haltungs- und Ernährungstipps.

Beata Konca: „Wir haben unter anderem Maden gekauft, die wir verfüttern. Und in einem Fachmarkt gab es auch ein spezielles Trockenfutter, das für die Entchen geeignet ist“. Aber das Beste – auch im Entenleben – ist natürlich frei: „Wenn sie bei uns im Garten sind holen sie sich am liebsten den Löwenzahn“, haben Konca und Vankan amüsiert  beobachtet.

Besonders gerne Brennnesseln

Schließlich ist Wirtsfrau Beata auch froh, „dass unser Gärtner die Brennnesseln übersehen hat, denn die fressen sie auch gerne“. Abends geht es natürlich hinein ins heimelig warme Wohnzimmer. Dort hat Wilko Vankan für die Tiere auch eine Speziallampe zur zusätzlichen Erwärmung installiert. Erfahren haben die tierischen Pflegeeltern auch, „dass man sich ihnen nicht zu sehr nähern darf, denn das sind keine Kuscheltiere“.

Die Distanz braucht es auch, damit „W & W“ im Alter von zwölf Wochen problemlos ausgewildert werden können. Beata Konca: „Wir werden uns nach Ratschlag mit Fachleuten einen geeigneten Platz aussuchen.“

(mali)
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