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Welt der Tiere Menschen näher bringen: Nicht nur Kinder fahren auf drollige Alpakas ab

Welt der Tiere Menschen näher bringen : Nicht nur Kinder fahren auf drollige Alpakas ab

Stephan Moll ist in seinem Heimatort Oidtweiler auf dem landwirtschaftlichen Betreib seiner Eltern mit Tieren groß geworden. Hühner und Co. waren da eine Selbstverständlichkeit, der Kontakt zu ihnen gehörte für ihn zum Tagesablauf. Diese Erfahrung möchte er gerne weitergeben.

Oft kamen in den Ferien Kinder auf den Hof, um mit den Tieren zu spielen und sie kennenzulernen. Heute, so weiß der 42-Jährige, ist das ganz anders. Denn die Tatsache, dass es früher in Oidtweiler rund zwölf Landwirte gab und heute gerade einmal deren drei, führte auch dazu, dass Kinder die Tierwelt jetzt kaum mehr kennen oder Interesse daran zeigen. Das würde Stephan Moll gerne ändern.

Denn ihm ist es wichtig, dass die Kinder nicht nur in ihrer Freizeit vor dem Computer sitzen oder mit dem Handy „hantieren“, sondern sich auch mit dem Geschehen in der Natur beschäftigen. Seine Idee war es, gegenüber der Katholischen Grundschule Gehege anzulegen, in denen Hühner, Ziegen, Enten und als besonderes Highlight Alpakas leben sollten. „Die Schulklassen hätten Patenschaften übernehmen können oder aber Aufsätze über die Tiere schreiben können“, schildert er seine Idee, die er aber dort nicht umsetzen konnte.

Doch dem Gedanken, den Kindern Tiere näher zu bringen, hat das keinen Abbruch getan. Stephan Moll hat nun in der Nähe des Oidtweiler Friedhofes Raum für Hühner, Ziegen und Enten geschaffen, die, so berichtet er, „gerne auch mal von den Großeltern mit ihren Enkeln besucht und gefüttert werden“. Die Lieblinge der Kinder aber sind ganz schön haarig und tragen jetzt im Winter ordentlich Wolle auf dem Kopf.

Die Rede ist von Alpakas, die Moll in zwei Gruppen aufgeteilt hat. Einmal die männlichen, einmal die weiblichen. „Männliche und weibliche Alpakas gemeinsam halten, das geht nicht.“ Deshalb leben die beiden Hengste Pedro und Santoni seit zwei Jahren in Bettendorf an der Baesweilerstraße (auf der Wiese gegenüber der „Blitze“), während die beiden Stuten Uschi und Britta seit einem halben Jahr in Oidtweiler auf einer Wiese an der Bahnhofstraße zuhaus sind. „Die Tiere stammen von Züchtern aus Hürtgenwald und Geilenkirchen und haben jede Menge Fans bei den Kindern gewonnen, wenn diese mit ihrer Familien spazieren gehen und an den Wiesen vorbeikommen“, weiß Moll um die Beliebtheit der Alpakas.

Auch wenn sie nicht immer zu sehen sind und Zeit zur Nahrungsaufnahme oder als Schutz vor Regen im Schuppen auf den Wiesen verbringen, so sind sie doch sehr kontaktfreundliche Tiere. „Deshalb werden Alpakas ja auch in Therapien genutzt. Man hat einfach sehr schnell Kontakt zu ihnen aufgebaut. Das sieht man auch, wenn ich Kindern erlaube, sie zu füttern oder zu streicheln, die sind ganz schnell auf Kuschelkurs“, erzählt Moll.

Schon viele Jahre, so erinnert sich der Mann, für den seine Tiere ein großes Hobby sind, habe er sich für Alpakas begeistert. Und als seine Tochter dann einmal fragte „Können wir nicht auch so ein Alpaka haben?“ war die Antwort schnell klar und Alpaka Nummer eins kam nach Oidtweiler. „Mit dem Wetter in unserer Region kommen die Alpakas, die ja aus den Anden stammen, sehr gut klar. Sie sind keine große Wärme gewöhnt, sind total unkompliziert und mit kargem Futter zufrieden“, schildert Stephan Moll seine Erfahrungen. Dabei, so sagt er, schaut er fast täglich nach seinem Arbeitstag bei der Stadt Stolberg nach den Tieren, sie werden aber auch in Oidtweiler und Bettendorf von älteren Damen aus der Nachbarschaft gefüttert, die das mit einer Riesenfreude machen.

Wer die Alpakas treffen möchte, kann dies übrigens nicht nur auf den Wiesen, sondern auch auf den Feldwegen in der Umgebung. Dann nämlich, wenn Moll ihnen den Halfter anlegt und zu einem Spaziergang startet. Und wenn es dann bald Frühjahr wird, dann haben die Alpakas auch wieder ihren jährlichen „Friseurtermin“, denn einmal im Jahr werden sie geschoren und lassen ordentlich Wolle…