Manes Meckenstock in der Burg Baesweiler 2019

Burg Baesweiler : Manes Meckenstock hat die Lacher auf seiner Seite

Ganz artig macht er das. Manes Meckenstock, hochdekorierter Kabarettist aus Düsseldorf, verbeugt sich erst mal vor seinem Publikum. „Wenn ich ja schon sehe, welch euphorische Körperhaltung ihr habt“, verspricht er den Leuten in der voll besetzten Alten Scheune einen launigen Abend.

Rosefarbenes Hemd, eine bunte und schwere Brosche im Brustbereich und eine (lange) Haarpracht wie ein typischer Altrocker auf dem Kopf: So tritt der 57-jährige vor sein Publikum. „Heute gibt es ein Best-Off“, leitet er seinen dritten Besuch im Rahmen der Reihe „Kultur Nach Acht“ ein.

Seine Fans wissen, der Schnellsprecher hat Deftiges, fein Hintergründiges, verbunden mit einer exzellenten Beobachtungsgabe mitgebracht. Dabei verschmerzt er dann auch lachend, „dass ja einige von euch die Karten für diesen Abend geschenkt bekommen haben und jetzt sagen, ich finde sie ja doof aber sie sind mir ja geschenkt worden“.

Er bleibt bei den Geschenken. Das Verhältnis zu seiner Schwiegermutter beschreibt er so: „Wenn die Alte Geburtstag hat, schenke ich ihr gleich mal eine Moorpackung, damit sie sich schon mal an feuchte Erde gewöhnt!“. Sollte das zu frauenfeindlich in der Pointe herübergekommen sein? Dafür gibt’s dann auch was für die Männer um die Ohren. „Also liebe Frauen, warum stinken 80 Prozent der Männer? Weil sie Arschlöcher sind!“

Eine ganze Serie an Gags haut Manes Meckenstock in der Beschreibung seines Besuchs im Schwabenländle heraus. Dahin ist er mit Omma Luise gereist. Luise hatte ihre Haare immer wie ein Vogelnest auf ihrem Kopf gestaltet. „Man hatte immer das Gefühl, da ist ein totes Tier drin“. Schnell wurden bei den gemütlichen Schwaben mal zwei Bier bestellt, was Luise zur Bemerkung führen ließ: „Die häss de ja direkt vor de Futt jeschüttet“.

Als Rheinländer fällt man im Ländle allein schon durch die Essenstechnik auf. „Messer, so was brauchen wir nit. Wir essen einhändig, damit wir mit der anderen Hand besser lamentieren können“. Nun steckt Manes Meckenstock inmitten einer Sternstunde des deftigen hausgemachten Humors. „Ich komme ja selbst aus einer Gastronomenfamilie. Wenn wir früher nach einem Zahnstocher gefragt wurden haben wir geantwortet, das dauert noch was. Der ist gerade an Tisch 13“.

Draufgepackt wird ein Ausflug ins Meckenstock-Programm „Als das Würstchen Happsi machte“, inklusive der Zeiten, „als ich meinen Schülerausweis fälschte um mir den Film ‚unterm Dirndl wird gejodelt‘ ansehen wollte“. Nach dem glänzenden Auftritt des Mannes aus dem Düsseldorfer Stadtteil Flingern wartet nun der zweite Künstler aus der Landeshauptstadt. Im Juli kommt Frank Küster nach Baesweiler.

(mali)
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