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Joggen trotz Hitze: „Ein feuchter Lappen reduziert den Stress enorm“

Lauftreff Baesweiler : „Ein feuchter Lappen reduziert den Stress enorm“

Geplant war eine Schnupperveranstaltung für gesundes Gehen und Laufen. Dafür ist der Lauftreff Baesweiler e.V. eine der ersten Adressen in der Städteregion. Aber beim Blick auf das Thermometer schreckten auch die „Profis“ des Lauftreffs zusammen.

38 Grad am Mittwochabend: Da wagte es nur eine mutige und sportliche Frau, das Schnuppertraining, welches im Rahmen des Aktivurlaubs von der Stadt angeboten wurde, aufzunehmen.

Gut drei Kilometer um die Halde im Carl-Alexander-Park ging dann Tanja Laufenberg mit. Begleitet von Übungsleiter Jörg Schmittmann und den beiden Läufern Christian Maus und Stefan Biedenbach. Sie hatten eigentlich vor, zehn Kilometer zu joggen, beließen es dann aber doch bei der gemütlicheren Variante.

Tanja Laufenberg aus Alsdorf hatte „vom Lauftreff in Baesweiler schon einiges, vor allem Gutes, gehört“. Sie möchte das Walken wieder aufnehmen, nachdem gesundheitliche Aspekte zu einer Unterbrechung von sportlichen Aktivitäten bei ihr geführt hatten. Tanja Laufenberg: „Vor allem die Flexibilität des Vereins reizt mich sehr. Man hat die Möglichkeit, aus fünf verschiedenen Angeboten pro Woche auszuwählen.“ Das reizte natürlich, mit einer der kleineren Runden die Walking-Strecke am CAP aufzunehmen.

Unser Mitarbeiter Sigi Malinowski nutzte derweil die Möglichkeit, Jörg Schmittmann (pensionierter Sportlehrer der Realschule Baesweiler) nach einigen Tipps zu fragen, wie gerade ältere Menschen, aber auch jüngere – ob mit oder ohne Sport – den verfrühten Hundstagen begegnen können.

Einen kühlen Kopf will er sich bewahren. Dafür hat Jörg Schmittmann eine wirksame Methode. Foto: Sigi Malinowski

Herr Schmittmann: Wenn sich Leute bei diesen Temperaturen noch sportlich durch Walking, Nordic Walking oder Laufen bewegen wollen, was raten Sie ihnen?

Schmittmann: Early Birds sind im Sommer eindeutig im Vorteil. Morgens ist die Luft noch vergleichsweise kühl und frisch und die Ozonbelastung ist nicht so hoch. Wer nicht für den Frühsport gemacht ist, sollte sein Training auf die späten Abendstunden verlegen. Bloß die Mittagssonne meiden!

Zu welcher Kleidung raten Sie?

Schmittmann: Am besten ist die Kleidung aus Funktionsfasern, weil sie den Schweiß von der Haut schnell nach außen ableitet und im besten Falle noch etwas kühlt.

Wie sieht’s in Sachen Sonnenschutz aus?

Schmittmann: Ein ganz wichtiger Punkt. Outdoor-Sportler brauchen gerade in der heißen Zeit zwischen 11 und 15 Uhr eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Das gilt übrigens auch für Sportarten im Wasser oder in den Bergen. Möglichst keinen fettigen oder wasserfesten Schutz aufbringen. Fett verstopft die Poren und verhindert das Schwitzen, wasserlösliche Creme dagegen spült der Schweiß schnell ab.

Wie kann man Kopf und Augen wirkungsvoll schützen?

Schmittmann: Wir kennen ja diese Sporttypen, die uns an heißen Tagen schweißüberströmt und mit knallrotem Kopf kreuzen. Gerade Kopf und Augen sind die empfindlichsten Körperteile. Ich empfehle eine Mütze, Sonnenbrille und einen feuchten Lappen oder ein Handtuch für den Nacken. Das reduziert den Stress enorm.

Trinken, trinken, trinken wird immer empfohlen . . .

Schmittmann: Klar, wenn Du Deine Joggingrunde bei 30 und mehr Grad drehst, verliert der Körper wesentlich mehr Flüssigkeit als wenn Du im Winter bei 0 Grad startest. Der Körper unterliegt der Gefahr, schneller zu dehydrieren. Besonders gut ist Mineralwasser mit höherem Magnesium- und Kaliumgehalt. Aber nicht eiskalt trinken! Eine Durstlöscheralternative ist Wasser mit Gurke, Ingwer, Zitrone oder Beeren. Man sollte alle 15 Minuten 100 Milliliter trinken.

Spielen Umweltbelastungen heutzutage eine größere Rolle . . .?

Schmittmann: Pollen fliegen auf dem Land frühmorgens am heftigsten, in der Stadt kommen sie abends erhöht vor. Die Ozonwerte sind zwischen 11 und 19 Uhr am höchsten. Werden Grenzwerte erreicht, sollte man die Sportintensität herunterschrauben. Bis 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter ist die Situation unproblematisch. Geht der Wert pro Kubikmeter Luft darüber, sollten Leute mit empfindlichen Atemwegen Ausdauersport im Freien reduzieren.

Stimmt es, dass der Lauftreff noch zwei Walker in seinen Reihen hat, die bereits das 90. Lebensjahr erreicht haben?

Schmittmann: Ja, das ist so. Willi Timmermanns ist bereits 93 Jahre alt und geht immer noch sein Ründchen ab. Herbert Timmermanns ist 90 Jahre alt geworden und gehört zu unseren aktiven Walkern.

(mali)