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Großer Andrang beim Spielefest in der Stadt Baesweiler

Spielefest in Baesweiler : Auch faires Verlieren kann hier geübt werden

Die kleine Melanie steht vor der langen Tischreihe, die hoch gestapelt mit Gesellschaftsspielen ist. „Was soll ich mir aussuchen?“ Diese Frage steht ihr überdeutlich auf der Stirn geschrieben.

Da kommt schon Spiellotse Andreas Streb, gut erkennbar an seinem knallorangen T-Shirt, auf das junge Mädchen zu. Er kennt die rund 200 Spiele, die auf den Tischen aufgestapelt sind, in- und auswendig. Schnell filtert er mit ein paar Fragen heraus, wo Melanies Interessen liegen, mit welchen Spielpartnern sie spielen möchte. Zunächst wählt Melanie etwas Altbewährtes, „Das verrückte Labyrinth“.

Später möchte sie sich aber noch das Spiel des Jahres anschauen. Das 24. Familienspielefest in der Aula der Settericher Realschule, zu dem StädteRegion und Stadt Baesweiler geladen haben, ist in vollem Gange. Die Tische sind allesamt besetzt mit Kindern, Eltern und Großeltern, die würfeln, schieben, fragen oder lachen.

„Gesellschaftsspiele sprechen viele Menschen an. Für die einen sind sie ein Evergreen, mit dem man immer Spaß haben kann, für manche aber auch eine veraltete Freizeitbeschäftigung im Zeitalter von Smartphone, Tablet und PC. Wir möchten zeigen, was Gesellschaftsspiele alles können“, erklärt Streb. Er hat sich mit ein paar Händen voll spielverrückter Leute zu den „Spiellotsen“ zusammengetan und unterstützt mit seiner Kenntnis Veranstaltungen wie ebendiese in der Stadt Baesweiler. „Gesellschaftsspiele haben gleich mehrere positive Aspekte. Sie fördern den Zusammenhalt in der Familie und zwischen Freunden. Denn nur wer Zeit miteinander verbringt, entwickelt ein Gefühl von Zusammenhalt. Außerdem trainieren gerade Kinder mit Hilfe von Gesellschaftsspielen soziale Kompetenzen: das Einhalten von Regeln, das faire Verlieren, aber auch das faire Gewinnen.“

Familienspielefest in Baesweiler. Foto: Ute Steinbusch

Andreas Streb weiß, wovon er spricht. Der Spiellotse ist dauernd unterwegs auf seiner Spiel-Mission. Derweil regt Kollege Willi Weber eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen an, mit ihm in lockerer Runde Begriffe zu erraten. Erst reagieren die jungen Leute zurückhaltend, doch Weber wählt fantasievolle Begriffe wie „Raumschiff“ und ködert damit seine Zielgruppe. In einem abgetrennten Raum findet derweil die NRW-Meisterschaft im „Mensch ärgere dich nicht“ statt. Zwar ist die Resonanz in diesem Jahr überschaubar, doch die Teilnehmer sind fieberhaft bei der Sache.

Am Ende freut sich die Jugendbeauftragte der Stadt Baesweiler, Sabrina Wamig, über ein volles Haus und viele Menschen, die sich mit neuen Anregungen und Tipps in die dunkle Jahreszeit verabschiedet haben. Denn wann eignet sich die Freizeit mehr für Gesellschaftsspiele als im Winter, wenn man es sich drinnen gemütlich machen kann?!