Geschichtsvereins Baesweiler: Archäologin Karen Jeneson referiert

Referat beim Geschichtsvereins Baesweiler : „Römer und Gallier, Soldaten und Bauern“

Die niederländische ist eine liebenswerte Sprache. Gerade auch dann, wenn sie in einem geschichtlichen Vortrag mit der überwiegend gewählten deutschen Sprache vermengt wird.

Nicht allein deshalb hatte der Vortrag der Niederländerin Dr. Karen Jeneson zum Thema „Römer und Gallier, Soldaten und Bauern“ einen hohen Informations- und Unterhaltungswert. Die Archäologin gastierte auf Einladung des Geschichtsvereins Baesweiler in der „Alten Scheune“ des Kulturzentrums.

Gesellschaftliche Transformation

Jeneson, Expertin für Provinzial-Romanische Archäologie und Kuratorin des Thermalmuseums in Heerlen berichtete über die gesellschaftliche Transformation, von der auch Baesweiler betroffen war. Geschichtsvereinsvorsitzende Catharina Scholtens freute sich über den guten Zuspruch den die Veranstaltung hatte. „Das wird heute sehr erkenntnisreich“, leitete Scholtens den sehr umfänglich mit Bildern gestalteten Vortrag ein.

Verlauf der Via Belgica

Dr. Jeneson begann ihr Referat der „Geschichte der Römischen Euregio“ mit dem Aufblättern eines hochwertigen Kataloges an Kartenmaterial, an der auch der Verlauf der Via Belgica genau zu erkennen war. Rund um die Städte Tongeren, Maastricht und Köln hatten sich die Römer niedergelassen und schnell erkannt, dass im hiesigen Gebiet reichlich gutes Bauland vorhanden war.

Karen Jeneson: „Sie fanden schnell heraus, wie wertvoll die Kalksandsteinarten für ihre Vorhaben waren“. Immer noch kommen in der Region neue Fundstellen hinzu. Die Römer führten Geldmünzen als Zahlungsmittel ein.

Auch das ist an zahlreichen Funden belegbar. Römer sind sehr gläubige Menschen, so führten sie zum Beispiel die Religion ein und brachten vor allem „eine ganz neue Esskultur mit“.

Diese bestand aus Fleisch, Gemüse und Wein. Dr. Jeneson staffierte ihren Vortrag mit Bildern aus, die auch die damalige Villenlandschaft mit Haupthäusern und separaten Stallungen zeigten.

Römische Kriesgmaschinerie

Zudem ging die Referentin neben vielen weiteren Themen auch auf die römische Kriegsmaschinerie ein, „die für damalige Zeiten hoch technisiert war“.  Auch die Geschichte der Gallier nahm in ihrem Referat breiten Raum ein. Der nächste Vortrag des Geschichtsvereins findet am 10. Oktober statt. Mit dem vierten Teil der Geschichte der Weimarer Republik werden „Krise und Untergang“ ab 19 Uhr im Kulturzentrum der Burg Baesweiler beschrieben.

(mali)
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