1. Lokales
  2. Nordkreis
  3. Baesweiler

Thelens Tagebuch: Eine morgendliche Begegnung mit einem Reh

Thelens Tagebuch : Eine morgendliche Begegnung mit einem Reh

Eine besondere frühmorgendlichen Begegnung

Ein Sommermorgen in Baesweiler: Auf einem Feldweg taucht plötzlich ein Reh auf – und ist so gar nicht scheu: Es lässt sich sogar fotografieren und filmen.

Plötzlich, aus dem Nichts, ein Reh. Mitten auf dem Feldweg. Man erstarrt, hält inne, will das junge Tier nicht aufschrecken. Eine Bewegung und es würde fluchtartig das Weite suchen. Sich in den Rübenacker schlagen. Auf und davon.

Doch von wegen: Das Reh kommt näher, bis auf drei Meter. Und da steht man dann, Auge in Auge. Was mag das Tier wohl denken? Kein Mensch wird einem die Geschichte dieser frühmorgendlichen Begegnung glauben, weshalb man das Smartphone zückt, um das Beweisfoto zu machen.

Dadurch wird das Reh natürlich aufgeschreckt, springt mit einigen raumgreifenden Sätzen zwischen die Rübenblätter. Bleibt dann stehen, kommt wieder näher. Lässt sich dann in aller Ruhe ablichten. Im Hintergrund die aufgehende Sonne.

 Eine besondere Begegnung: Ein Reh in der Morgensonne.
Eine besondere Begegnung: Ein Reh in der Morgensonne. Foto: MHA/Thomas Thelen

Warum, so fragten einige Leserinnen und Leser, war das Reh so zutraulich, wo doch Rehe für gewöhnlich eher scheue Wesen sind, die dem Menschen lieber aus dem Weg gehen. In dem Fall war von zurückhaltender Scheu aber nichts zu spüren. Im Gegenteil: Mit offensichtlich fester, wenn auch undurchschaubarer Absicht, kam das Tier auf den Betrachter zu. Sogar von einem intensiven Blickkontakt wurde hier berichtet. Was aber war die Intention des Tieres? Hier kann ein befreundeter Jäger aushelfen, dessen Erklärung an dieser Stelle unverblümt wiedergegeben wird: Das Reh, im Übrigen ein Bock, befinde sich in der „Blattzeit“, jene Zeit zwischen Mitte Juli und Ende August, in der sich Rehe paaren. In dieser Zeit neigten die Böcke zum Kontrollverlust, seien mitunter so liebestoll, dass sie keinen klaren Gedanken mehr fassen könnten und so ziemlich alles zum Objekt der Begierde werden kann. Auch ein menschlicher Jogger in der frühen Morgensonne. Der musste diese Informationen erst mal sacken lassen

Man weiß noch nicht, was man aus dieser Sache machen soll. Auf jeden Fall einen Tagebucheintrag.