Alte Trasse könnte reaktiviert werden

Neubaugebiet auf saniertem Schrottplatz : Wohnen an alter Bahntrasse in Puffendorf

An der Lovericher Straße direkt am Ortseingang in Puffendorf könnte es kaum gegensätzlicher aussehen. Auf der einen Seite gepflegte Wohnhäuser, auf der anderen verwildertes Gelände, auf dem Erdhaufen hoch aufgetürmt liegen.

Die Natur ist in ihrem Bemühen, das Terrain zurückzuerobern, weit vorangekommen. Nun sollen dort Häuser gebaut werden. Der Baesweiler Stadtrat folgte der Empfehlung des Bauausschusses, dort dem Bebauungsplan 84 Aldenhovener/Lovericher Straße aufzustellen. Derzeit sprießen Pflanzen auf dem Areal nach Lust und Sonne. Die Reste einer gepflasterten Straße sowie Steine und Platten zeugen davon, dass hier mal etwas gestanden und betrieben worden sein muss. Es war ein Schrott- und Verladeplatz.

Bis dahin reichten Eisenbahngleise, wovon ein grünes Schild kündet, das die Stadt Baesweiler aufgestellt hat. Der Titel lautet „Verkehrsknotenpunkt zweier Kreisbahnstrecken“. Weiter heißt es: „Mehrere Jahrzehnte lang war Puffendorf ein Verkehrsknotenpunkt von zwei Kreisbahnstrecken, der Geilenkirchener (GKB) und der Jülicher Kreisbahn (JKB).“

Es könnte in ein paar Jahren wieder so sein, dass in Puffendorf Puffer von Waggons und Loks aneinander stoßen und/oder moderne Triebwagen verkehren. Die Idee ist, von Jülich aus auf der alten Trasse der Jülicher Kreisbahn den „Brain-Train“ (Anspielung auf die per Schiene zu verbindende Forschungslandschaft) über Koslar, Barmen und Ederen mit einem Stich bis Puffendorf rollen zu lassen – mit der Option, durch Trassenverlängerung bis zur DB-Linie Aachen-Mönchengladbach zu gelangen. Mögliche Verbindungstrassen Richtung Alsdorf und Aachen führen entweder links oder rechts an der Bergehalde Emil Mayrisch vorbei und würden den Anschluss an die Euregiobahn schaffen. So wären das große Forschungszentrum in Jülich nebst FH-Standort und die Forschungseinrichtungen in Aachen (RWTH und FH) miteinander im analogen Sinne vernetzt.

Wie steht es um die Qualität des Bodens hier am Südrand von Baesweiler? Schließlich gingen von dem Schrottplatz entsprechende Belastungen aus und in den Boden. „Die Sanierung ist schon vor Jahren erfolgt und wurde von der Städteregion Aachen längst überprüft und abgenommen“, versicherte Baesweilers Technische Dezernentin Iris Tomczak-Pestel. Der nördliche Bereich des Schrottplatzes sei bereits bebaut worden. .Die Stadt Baesweiler spricht an dieser Stelle von „nachhaltiger und behutsamer Nachverdichtung “ des Dorfgebietes. Es geht um rund 2,2 Hektar. Platz für einige neue Häuser. Das wäre ein wichtiger Impuls für die weitere Entwicklung von Puffendorf. Und wenn dann noch die Bahn vor der Haustüre halten würde...

Eine weitere Fläche wurde vom Stadtrat zur Bebauung „auf den Weg gebracht“, um Bedenken und Anregungen im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung zu sammeln: der Bebauungsplan 121 „Am Hasenpfuhl“ in Setterich. Dort geht es um exakt 3488 Quadratmeter. Da würden vier bis fünf Häuser drauf passen, so Technische Dezernentin Tomczak-Pestel. Die Eigentümer der Grundstücke hätten darum gebeten, die Flächen rechtlich bebaubar zu machen. Die Zufahrt zu dem Gelände soll über die Straßenzüge Am Hasenpfuhl und Am Heckfeld erfolgen.

Auch für Gewerbe wird derzeit mehr Platz geschaffen. Dabei ging es im Rat um Änderungen in der Abgrenzung von zwei Flächen im Bereich des „Bebauungsplans Nr 3 – Gewerbegebiet östlich“ am Forstpfädchen, für welche die Erschließungsarbeiten von der L 225 (Ludwig-Erhard-Ring) bereits weit fortgeschritten sind.

Ein Areal ist rund 11.900 Quadratmeter groß, das andere 92.450 Quadratmeter.

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