Alexander Plum aus Baesweiler bekommt Rheinlandtaler

Rheinlandtaler : „Goldmedaille der Geschichte“ für Alexander Plum

Mit dem Rheinlandtaler werden Menschen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise um die kulturelle Entwicklung des Rheinlandes verdient gemacht haben. Alexander Plum aus Baesweiler ist jetzt neuer Preisträger.

So gut wie jeder Verein hat einen „Juwel“, jemanden, der sich über alle Maße hinaus in Fachthemen hineinarbeitet. Das ist beim Geschichtsverein Baesweiler nicht anders. Hier ist der 63-jährige Alexander Plum aus Baesweiler ein wahrer Allrounder. Denn er hat eine fast schon unüberschaubare Zahl an Themen zu seinen eigenen gemacht und auch weitervermittelt.

Das wird dem gebürtigen Settericher Industriemeister am kommenden Donnerstag mit dem Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes Rheinland gedankt. Um 17 Uhr beginnt im Rathaus Baesweiler die kleine Feierstunde für Plum, der seit 2002 auf rein ehrenamtlicher Basis im Geschichtsverein und auch in anderen Gremien mitarbeitet.

Selbstverständlich ist der Geschichtsverein Baesweiler – er wird von Catharina Scholtens geleitet – überaus erfreut, mit Plum bereits den vierten Träger eines Rheinlandtalers in seinen Reihen zu haben.

Entdeckung aus römischer Zeit

Alexander Plum sagt mit berechtigtem Stolz und doch voller Zurückhaltung: „Mir hat mal jemand gesagt, der Rheinlandtaler sei die Goldmedaille in Geschichte.“ Nach dem Heimatforscher Matthias Faßbinder, nach Horst Gießler und Catharina Scholtens vervollständigt Plum nun ein Quartett des Geschichtsvereins, das mit dieser überaus hohen Auszeichnung bedacht wurde.

Plum, Ehemann, Vater von zwei Kindern und Opa von zwei Enkeln, hat zum Beispiel an der Entdeckung und Dokumentation der Via Belgica, sie führt auch durch das Stadtgebiet von Baesweiler, entscheidend mitgearbeitet.

Bei Ausgrabungen in Baesweiler konnte ein Ausschnitt der römischen Straße von Köln nach Bavay freigelegt werden. Erhalten waren Reste der Kiesfahrbahn sowie mehrere die Straße begleitenden Gräben. An der Entdeckung war Plum aktiv beteiligt. „Zeitlich decken die Funde eine Zeitspanne vom 1. bis in das 4. Jahrhundert ab“, erklärte er jetzt bei einem Besuch der Mansio Baesweiler.

Mansio wurden früher die Herbergen an den Straßen genannt. Die neue Mansio, sie gibt auch Hinweise auf die regionale Geschichte der Straße, wurde von der Stadt Baesweiler am Fuße der Halde (nahe Gut Blaustein) errichtet.

Die Via Belgica ist ein Schwerpunkt des mit Leidenschaft forschenden Plum. Er arbeitet ehrenamtlich für das Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland und hat dafür auch einen speziellen Ausweis.

Seit 2002 nimmt Plum, der mittlerweile auch einen seiner Enkel für die Geschichte begeistert, an Schulungen und Prospektionen – das ist die die Erkundung und Erfassung von archäologischen Stätten – sowie an Fundmeldungen und als Tutor an der Betreuung von neuen Teilnehmern teil. Dabei geht es unter anderem umdie Aufnahme von Fundstücken aus Baesweiler und Umgebung, etwa römische Mahlsteine, Fenstergitter, Metallwerkzeuge, Keramik aber auch Funde aus der Steinzeit und dem Mittelalter.

Erfahrungsschatz Heimatgeschichte

Nicht nur der Geschichtsverein Baesweiler ist einer seiner Anlaufpunkte, er gehört auch dem Settericher Geschichtsverein und dem Geschichtsverein der Gemeinde Inden sowie dem Verein von Altertumsfreunden im Rheinland Bonn sowie dem Förderverein Kommende Siersdorf neben weiteren Gremien und Vereinen an.

Ein Leitspruch des künftigen Trägers des Rheinlandtalers lautet: „Ich sehe meine Aufgabe wie ein Puzzle, das die Vervollständigung der Geschichte im Rheinland zum Ziel hat.“

Auch treibe ihn immer wieder um, „nicht zu wissen, was vor meiner Geburt war“. So wird er im übertragenen Sinne „immer ein Kind sein“. Das neugierig ist und mittlerweile einen „erlesenen“ Erfahrungsschatz in Heimatgeschichte in sich und in den neuen Medien trägt.

(mali)