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Baesweiler: Margret Nußbaum blättert in der Geschichte des Karnevals

In der Alten Scheune : Margret Nußbaum blättert in der Geschichte des Karnevals

Nein, weder Kölner noch Düsseldorfer haben den Karneval erfunden. Dessen Ursprung liegt 5000 Jahre zurück und kommt aus Mesopotamien. Im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris wurde die Abschaffung der Sklaverei gefeiert.

Und das eine Woche lang. Ähnlich wie im Karneval, in dem es keine Untergebenen mehr gibt, wurde damals schon gefeiert. „Jeder Jeck ist anders, aber alle machen mit – Arme und Reiche, Kleine und Große, Junge und Alte, Inländer und Ausländer“, lautete der Vergleich.

Margret Nußbaum, Journalistin aus Baesweiler, schilderte mit trockenem Humor Geschichten rund um den Karneval. Dazu hatte sie den Settericher Kirchenmusiker Johannes Gottwald als Begleitung auf die Bühne geholt. Denn kräftig gesungen wurde natürlich auch. Als „Trumpine“ in Stars and Stripes gehüllt, hat sich Margret Nußbaum unter dem Titel „Alaaf zusammen! Wie der Karneval ins Rheinland kam“ zwei Stunden in der Alten Scheune der Burg Baesweiler auf Einladung der Stadtbücherei mit ihren Gästen amüsiert. „Warum kann Trump schwimmen? Weil er hohl ist. – Und wieso geht er trotzdem unter? Weil er nicht ganz dicht ist.“, klärte Nußbaum auf.

Ihre eigenen Geschichten bekamen die beiden Karnevalslegenden Willi Millowitsch und Trude Herr, nachdem die Buchautorin durch die Jahrhunderte lange Geschichte des Karnevals geblättert hatte. Zwischendurch gab Margret Nußbaum – das hat auch Tradition – einen aus. Appelkorn, plus Liedchen „Bier und nen Appelkorn, scha-la-la-la-la!“ Das hatte schon einen eigenen Sitzungscharakter.

Viel Biss

Eine Büttenrede mit viel Biss bracht Johannes Gottwald starken Beifall. Gespickt mit sehr viel Lokalkolorit beleuchtete der Musiker die Situation der katholischen und evangelischen Kirche in Baesweiler und die angebliche „Bauwut“ der Stadt. „Pastor Bruckes leitet nach seinem Tod im Himmel das Wetterstudio, entwickelt Pläne, wie man Sonne und Regen gerecht verteilt – und am Ende kommt nur Chaos dabei heraus“, referierte Gottwald.

Zu den Protestanten in Baesweiler sagte er: „Aus zwei Gemeinden wurde eine zusammengeschustert... Die Gnadenkirche wird bald geschlossen. Die Siebenbürgen sind sehr verdrossen.“ Dann bekam Bürgermeister Willi Linkens eine Breitseite: „Der Bürgermeister wälzt große Pläne. Bald kommen Abrissbirne und Kräne. Linkens ist ja als Bayern-Fan bekannt, mit dem Königshaus Wittelsbach zwar nicht verwandt. Doch hat man den Eindruck, liebe Leute, der fühlt sich schon fast wie Ludwig der Zweite“.

Zum Neubau des Rathauses merkte Gottwald an, „Ihr werdet es sehen – wird das Lustschloss Linkenshof entstehen. Für den Kullberg liegen in nächster Zeit schon Pläne für die Neulöwenburg bereit.“

(mali)