Baesweiler: Elternsorgen nach Umbau der Kückstraße

Löwenplatz : Elternsorgen nach Umbau der Kückstraße

Er ist mit einem fröhlichen Straßenfest eingeweiht worden, auf dem es viel Beifall für das Geschaffene gegeben hat: der Umbauabschnitt der Kückstraße zwischen Easington- und Löffelstraße. Aber stehen die Spielgeräte auf dem neuen „Löwenplatz“ nicht zu nah an der Fahrbahn? Eltern haben Bedenken geäußert.

Vier Bürgerversammlungen hatte es im Vorfeld des Umbaus der Kückstraße gegeben, Wünsche der Anwohner seien ausgiebig in die Planungen mit einbezogen worden, betonte denn auch Bürgermeister Dr. Willi Linkens in seiner Eröffnungsansprache Anfang Oktober.

Unter anderem eines sollte neben der verbesserten Aufenthaltsqualität nachhaltig erreicht werden: Tempo aus der Kückstraße herauszunehmen. Und in der Tat bietet sich den Passanten ein deutlich hübscheres Bild: hell, modern, sauber – hier ist es angenehm zu flanieren. Und auf dem neuen „Löwenplatz“ laden Bänke zum Pausieren ein, dazu gibt es diverse Spielgeräte, an denen sich die Jüngsten ausprobieren können.

Aber genau die haben jetzt Eltern auf den Plan gerufen, die besorgt beobachteten, wie nahe sich spielende Kinder und durchfahrender Kraftfahrverkehr mitunter kommen. „Dadurch, dass die komplette Fläche in einer einheitlichen Farbe gestaltet ist“, so gibt ein Vater, der sich an unsere Zeitung gewandt hat, zu bedenken, „können Kinder nicht erkennen, wo die Fahrbahn beginnt. Wie schnell könnten sie da vor ein Auto laufen ...“ Vor allem, wenn sich ein anderes Kind in Rufweite auf der gegenüberliegenden Seite aufhalte.

Doch der einheitliche Untergrund ist genau das, was den Bereich ausmachen, ihm dienlich sein soll: Denn  ein – noch behelfsmäßig aufgestelltes – Straßenschild (Nr. 325.1, auch „Spielstraße“ genannt) erklärt auch diesen wie bereits den folgenden Verlauf der Kück- respektive Löffel- und Kirchstraße zur verkehrsberuhigten Zone. Das bedeutet, dass alle Verkehrsteilnehmer, mit und ohne Motor, besondere Rücksicht aufeinander nehmen müssen. Und dass Kinder hier spielen beziehungsweise Fußgänger die komplette Fläche nutzen dürfen – ohne allerdings den rollenden Verkehr zu behindern. Für Letzteren gilt „Schrittgeschwindigkeit“, die aber per Gesetz nicht weiter definiert ist.

Für die Einrichtung solcher Zonen gibt die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO) unter anderem Folgendes vor: „Die Straßen oder Bereiche dürfen nur von sehr geringem Verkehr frequentiert werden und sie müssen über eine überwiegende Aufenthaltsfunktion verfügen.“ Und: „Die mit Zeichen 325.1 gekennzeichneten Straßen oder Bereiche müssen durch ihre besondere Gestaltung den Eindruck vermitteln, dass die Aufenthaltsfunktion überwiegt und der Fahrzeugverkehr eine untergeordnete Bedeutung hat. In der Regel wird ein niveaugleicher Ausbau für die ganze Straßenbreite erforderlich sein.“ Letzteres ist seit dem Umbau dieses Bereichs der Kückstraße eindeutig der Fall. Ersteres allerdings nicht unbedingt, denn dieser Teil der City wird nach wie vor gerne vom Durchgangsverkehr frequentiert. Und wirklich „Schritttempo“ fahren dabei die wenigsten.

Wünsche der Anlieger

Sowohl Spielgeräte und Bänke als auch weiterhin Autoverkehr seien ausdrückliche Wünsche der Anwohner und Geschäftsleute in der Kückstraße gewesen, sagt die Technische Dezernentin Iris Tomczak-Pestel auf Nachfrage unserer Zeitung. Sie betont, dass man sich bezüglich der Mindestabstände beim Aufstellen der Spielgeräte genau an die Vorschriften gehalten habe. Und verweist überdies auf die Aufsichtspflicht von Eltern, die in diesem Abschnitt genauso gelte wie allgemein im Straßenverkehr: „Auch hier müssen Kinder geschult und beaufsichtigt werden.“

Dass es genau der Farbwechsel auf der Fahrbahn ist, der den Autofahrern anzeigen soll, dass hier eine Zone beginnt, in der man besonders vorsichtig fahren muss, darauf verweist auch Ordnungsamtsleiter Pierre Froesch. Und damit diese sich daran halten, wolle man in Konsequenz die Städteregion bitten, verstärkt Tempokontrollen vorzunehmen: „Wenn Kinder betroffen sind, ist die Städteregion da immer sehr zugänglich.“ Und die Polizei sei ja auch im Bereich Reyplatz schon sehr aktiv, die nach Sichtkontrollen Verwarnungen aussprechen kann, wenn jemand eindeutig schneller als „Schrittgeschwindigkeit“ unterwegs ist. Abgrenzende Barrieren oder Kübel in diesem Bereich der Kückstraße aufzustellen, hält Froesch indes für „eher kontraproduktiv“ – weil diese gleichzeitig auch Sichthindernisse darstellen.

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