Würselen: Ausstellung von Alfons Schümmer: Die Historie im Blick

Würselen: Ausstellung von Alfons Schümmer: Die Historie im Blick

Mittlerweile ist Alfons Schümmer Stammgast in der Klosterstube des Seniorenzentrums St. Antonius. Zum fünften Mal stellt er dort seine kunstvollen Fotografien aus, diesmal lässt er die jüngere Vergangenheit der Stadt in seinen Reproduktion und eigenen Fotografien aufleben.

Eröffnet wurde die Ausstellung durch den Geschäftsführer der Einrichtung, Christian Weimer, der neben dem 75-Jährigen auch den Vorsitzenden der Kulturstiftung Würselen, Achim Großmann, und viele Gäste begrüßte. Wie sich das Bild seiner Heimatstadt Würselen verändert und weiter entwickelt hat, wird in der Ausstellung anhand von 20 Fotos dokumentiert. Diese Bilder und 20 weitere finden sich in einem zur Ausstellung herausgegebenen Katalog, der an der Rezeption des Seniorenzentrums erhältlich ist.

Der pensionierte Kriminalbeamte weiß zu jedem Foto eine Geschichte zu erzählen. „Oft bin ich nur durch Zufall an die Originale gekommen, die mir nicht nur von Archiven, sondern auch von Privatpersonen zur Ablichtung zur Verfügung gestellt wurden.“ Dabei verweist er auf eines der wertvollsten Stücke in der Ausstellung, ein Gemälde des Alsdorfer Heimatmalers Bernd Honnef. Wie „Et Piefje“ an der Schweilbacher Straße ausgesehen hat, ist in einem Foto von 1941 festgehalten. Über den Viadukt am Teuterhof rollten die Kohlezüge von Laurweg nach Gouley und zurück. Wo heute die Elmar Harren-Sporthalle stand, war ehemals der Lockschuppen.

Dass in Würselen auch Zigarren gedreht wurden, belegt ein Foto aus dem Jahre 1910. 1919 existierte noch die Nadelfabrik Schiffer/Reiß. Als Singer dicht machte, ging auch diese Ära zu Ende. Der Steinkohlenbergbau, der bis zur letzten Schicht am 31. März 1969 der wichtigste Arbeitgeber in Würselen war, wird in der Ausstellung „Zeitgeschehen“ Raum eingeräumt.

Ein Aquarell, das sich im Stadtarchiv in Aachen befindet, versetzt den Betrachter zurück in das Jahr 1782. Es zeigt die Grube Teut. In die Luft ging Alfons Schümmer auch — um die Grube Gouley der Nachwelt zu erhalten. An den Dukatenbrunnen am Markt erinnert er ebenfalls. Durch ein reproduziertes Foto von Willi Engels erwacht die Kaisereiche im einstigen Nellessenpark zu neuem Leben. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 2. Dezember.

(ehg)
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