Herzogenrath: Ausstellung über Ersten Weltkrieg trifft auf reges Interesse

Herzogenrath: Ausstellung über Ersten Weltkrieg trifft auf reges Interesse

Nach dem positiven Echo auf die Ausstellung „Der Erste Weltkrieg in Kohlscheid und in der Region“ des Heimatvereins Kohlscheid beim „Tag der offenen Tür“ in der GGS-Schule Kohlscheid-Mitte ist es in Abstimmung mit der Städteregion gelungen, diese nochmals der Öffentlichkeit bis 5. September zu zeigen.

Zur Eröffnung im Alten Rathaus von Kohlscheid hatten sich sehr viele Besucher eingefunden, unter ihnen der 1. stellvertretende Bürgermeister Dr. Manfred Fleckenstein. Dieser betonte, er würde sich sehr freuen, wenn auch Schulklassen diese sehenswerte Ausstellung besuchen würden. Vorsitzender Toni Ameis hieß weiter willkommen die Ehrenbürgerin der Stadt, Petra Meisler, von der Sparkasse Kohlscheid Norbert Müller, Schulleiterin Hedwig Ahrens und für den Heimatkundlichen Arbeitskreis die Leiterin Karin Busch.

Auf sechs neu gestalteten Tafeln, wie die Besatzungszeit, Gräber, Ehrenmale, Grenze, Schmuggel, Sanitätswesen, Rotes Kreuz und Das Ende, um nur einige wenige Punkte hervorzuheben, konnte man sich ausführlich informieren.

Karin Busch wies darauf hin, dass Kohlscheid im Aufmarschgebiet lag, der Ort zwar kein Kriegsgebiet, aber der 2. August 1914 wurde in Kohlscheid zum 1. Mobilmachungs-Tag erklärt.

Ab dem 4. August zogen zwei Wochen lang endlose Kolonnen von fremden Soldaten durch Kohlscheid. Sie waren in den Bahnhöfen Kohlscheid und Herzogenrath ausgeladen worden. Ein endloses Heer von Kavallerie, Husaren, Dragonern, Kürassiere, Artillerie und Fuhrwerken mit Material wälzte sich über die Roermonder Straße. Sie befanden sich auf dem Weg nach Aachen, um von dort über die Grenze nach Belgien zu ziehen und machten hier Station. Schulen und Säle wurden zu Massen-Quartieren umfunktioniert, daher wurden die Schulen geschlossen. Von der Bevölkerung wurden die Soldaten mit Getränken, belegten Brötchen und Zigaretten versorgt.

Sanitäts-Rat Dr. Ingendahl richtete bei Rehan, Weststraße 93, eine Verbands-Station für die marschierenden Soldaten ein. Sie wurden auch von Kohlscheider Sanitätern versorgt. Bereits zu Beginn des Krieges wurden Verwundete aus Belgien über Aachen und dann nach Kohlscheid transportiert — die Straßenbahn brachte sie vom Bahnhof bis zum Markt, von dort wurden sie mit Tragen bis zum Lazarett befördert.

(fs)
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