Alsdorf: Ausstellung in der Stadtbücherei: Gemälde halten Betrachter Spiegel vor

Alsdorf: Ausstellung in der Stadtbücherei: Gemälde halten Betrachter Spiegel vor

„Wie viel Tier steckt wohl im Menschen?“ Mit dieser Frage hat Ralf Kahlen, 1. Beigeordneter der Stadt Alsdorf, die Vernissage zur Ausstellung der Herzogenrather Künstlerin Andrea Zang in der Galerie der Stadtbücherei Alsdorf eröffnet. Die Antwort auf diese Frage scheint man in ihren geheimnisvollen Ölgemälden zu finden.

Unter dem Titel „Spuren von Menschlichkeit“ zeigt der Kunstverein Alsdorf in Kooperation mit der Stadt Alsdorf die mystisch anmutenden Porträts, die — auf den ersten Blick — Tiere darstellen. Schaut man genauer hin, bemerkt man die menschlichen Züge der abgebildeten Wesen.

Die Kombination aus realistischen Farben und phantastischen Allegorien rege zum Nachdenken an, erklärte Andrea Presl vom Kunstverein. So werde ein Bogen gespannt zwischen dem offensichtlich Dargestellten und der individuellen Interpretation des Betrachters.

Die Mischwesen zeigen menschliches Verhalten und stellen auf surreale Art Beziehungen dar. So halten sie dem Betrachter einen Spiegel vor. Durch den hohen Symbolgehalt kommt das Märchenhafte zum Vorschein. Wie in griechischen Fabeln stehen die Tiere für menschliche Charaktereigenschaften: Man sieht den Wolf, der ein Lamm füttert, und das Schaf, welches ein Buch liest. „Das, was zu sehen ist, ist nicht an der Oberfläche zu finden“, erläuterte Franz-Josef Kochs, Vorsitzender des Kunstvereins, die Intention der Werke.

Jeder müsse seine eigenen Gedanken zu den Gemälden entwickeln, man solle sie entschlüsseln. Die Ausstellung ist noch bis Freitag, 10. Juni, in der Galerie der Stadtbücherei Alsdorf, Annastraße 2-4, zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.

(nt)
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