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Herzogenrath: Auf solidem Fundament in die Zukunft

Herzogenrath : Auf solidem Fundament in die Zukunft

Bis Ende Mai soll die Fusion der ASEAG-Energie und des Wasserwerks des Kreises Aachen (WdKA) über die Bühne gegangen sein. Bei einem Ortstermin an der Kohlscheider Kaiserstraße informierte sich Rodas CDU-Stadtverband über Zusammenführung und Zukunftsperspektiven der vereinigten Energie- und Wasserlieferanten.

Mit einem Blick ins Herz der ASEAG-Energie begann der Rundgang. Genauer in der Schaltzentrale, in der die Verteilung von jährlich rund 310 Millionen Kilowattstunden überwacht und geregelt wird. Deren Hauptanteil kauft die ASEAG-Energie von Stromerzeugern ein und speist ihn ins eigene Netz. Das ist gut ausgebaut. „Durch finanzielle Investitionen sind viele Querverbindungen entstanden, die den Stromfluss garantieren”, erläuterte Geschäftsführer, Diplomingenieur Franz-Heinz Delahaye. Im Störungsfall würden in der Regel nur 15 Minuten bis zur Wiederversorgung vergehen.

Nur fünf Prozent

Lediglich fünf Prozent der Energiemenge erzeugt die ASEAG-Energie selbst in zwei Blockheizkraftwerken, die von den Christdemokraten aus der Nähe beäugt wurden.

Stephan Hunze, Abteilungsleiter Stromerzeugung, öffnete für die Gäste die Türen, hinter denen riesige Schiffsmotoren seit zehn Jahren ihre durch Erdgas getriebenen Dienste tun. Durch Wärmetauscher können bis zu 90 Prozent der Energie des Gases in Form von Strom und Wärme zurück gewonnen werden. Letztere speisen als Fernwärme unter anderem die Firma Ericsson und 90 von insgesamt 95 Häusern des Wohnparks am Wilsberg.

Gemeinsame Zukunft

Nach dem Blick auf die Technik interessierte die Gäste vor allem die gemeinsame Zukunft der regionalen Strom, Gas und Wasserlieferanten. In diesem Punkt konnte Diplomkaufmann Herbert Pagel, derzeit als Geschäftsführer für beide Unternehmen tätig, Zuversicht verbreiten.

55.000 Kunden beziehen aktuell ihren Strom von der ASEAG-Energie, hinzu kommen 5000 Kunden für Gas bei einem Jahresumsatz von rund 40 Millionen Euro. Denselben Betrag erzielt das WdKA bei rund 65 000 Kunden. Pagel: „Wir gehen auf einem wirtschaftlich soliden Fundament in die Zukunft.”

Provisorisch ist hingegen die derzeitige Verteilung der Geschäftszweige. Mangels Kapazität im ASEAG-Gebäude an der Kaiserstraße wurden für den kaufmännischen Bereich 700 Quadratmeter Bürofläche im nahen Technologiepark angemietet. Daneben unterhält das WdKA Standorte in Würselen, Stolberg und Roetgen.

Pagel: „Langfristig streben wir eine Lösung in Herzogenrath unter einem Dach an.” Beide Unternehmen zusammen bringen es auf 293 Mitarbeiter. Eine Zahl, die durch die Fusion nicht verändert werde, unterstrich der Geschäftsführer.

Eine Frage

Eine Frage wollten die Christdemokraten für die Bürger geklärt wissen: Wie es denn künftig um die Preise für Strom und Wasser bestellt sei. Aktuell sei die ASEAG-Energie im regionalen Vergleich günstigster Anbieter, doch würden seit Jahren die Preise bei den Zulieferern steigen, räumte Pagel ein. Und für das Wasserwerk sei die Installation einer Membranfilteranlage vonnöten, die bis zum Jahre 2008 mit rund 20 Millionen Euro zu Buche schlage. Der kaufmännische Experte: „Das müssen wir stufenweise in den Wasserpreis hineinrechnen.” Gleichwohl hoffe man auf Synergieeffekte. „Wir arbeiten an Kombipaketen”, erklärte er, „wer bei uns etwa zwei oder drei Produkte bezieht, erhält günstigere Konditionen.”