Würselen: Auf Rekordjagd in der Röhrenrutsche des „Aquanas“

Würselen : Auf Rekordjagd in der Röhrenrutsche des „Aquanas“

Ein „alter Sack“, ein echter Eiskunstläufer, zwei Heringe in der Röhre, das Kratzen am Bahnrekord: Es gab einige Komponenten, die das Rennrutschen im Würselener Erlebnisbad „Aquana“ zu einem außergewöhnlichen Event reifen ließen.

Spätestens, als sich ein Hering in die 75 Meter lange Bahn stürzte. Sebastian Hering, 20-jähriger Schweizer, ist von Hause aus Eiskunstläufer. Und nicht nur das, der athletisch gewachsene junge Mann gehört dem Nationalkader seines Heimatlandes an.

Nase zu und durch: Zu Klängen von Ed Sheeran war das Rutschen genauso so schön wie Tanzen. Familie Hering (rechts oben) reiste sogar aus der Schweiz an, um an der Vorausscheidung zum 3. Deutschland-Cup im Rennrutschen teilzunehmen. Sebastian Hering jagte zwar den Tunnel herunter, verfehlte aber einen Medaillenrang. Seine Schwester Antonia (Mitte) qualifizierte sich derweil mit dem ersten Platz an den Nationalen Titelkämpfen. Diese Gruppe von Freunden aus Übach-Palenberg und Jülich (links unten) machte sich gegenseitig Konkurrenz: Von links Marcel Berwix, Peter Paulzen, Uwe Maass Andreas Berwix und Sven Nadrowski. Diese 22 brachte ihr Glück: Tatjana Kraus (rechts unten) qualifizierte sich als zweitplatzierte für die Deutschen Meisterschaften. Foto: Sigi Malinowski

Sehr straffe Regeln

Zu Klängen von Ed Sheeran war das Rutschen genauso so schön wie Tanzen: Familie Hering (rechts oben) reiste sogar aus der Schweiz an, um an der Vorausscheidung zum 3. Deutschland-Cup im Rennrutschen teilzunehmen. Sebastian Hering jagte zwar den Tunnel herunter, verfehlte aber einen Medaillenrang. Seine Schwester Antonia (Mitte) qualifizierte sich derweil mit dem ersten Platz an den Nationalen Titelkämpfen. Diese Gruppe von Freunden aus Übach-Palenberg und Jülich (links unten) machte sich gegenseitig Konkurrenz: (von links) Marcel Berwix, Peter Paulzen, Uwe Maass Andreas Berwix und Sven Nadrowski. Diese 22 brachte ihr Glück: Tatjana Kraus (rechts unten) qualifizierte sich als Zweitplatzierte für die Deutschen Meisterschaften. Foto: Sigi Malinowski

Das nutzte dem mit seiner ganzen Familie weit angereisten Sportler aber nichts. Seine Schwester Antonia, ebenfalls Eiskunstläuferin, gewann dem Spektakel noch mehr ab. Während Sebastian unter den Augen von Mutter Henriette 12. wurde, räumte Antonia gar den Sieg ab und darf zu den Deutschen Meisterschaften in Bad Lauterberg reisen. Dieser Endausscheidung um den Nationalen Titel war die in Würselen stattgefundene regionale Ausscheidung vorgeschaltet. Nach sehr straffen Regeln, die beim Jagen durch die Röhre namens „Black Hole“ zu beachten waren. Von wegen Badehose hoch und auf den Pobacken hinunter: „Nein, das geht nicht. Ebenso wie es auch verboten ist, irgendwelche Öle wie beispielsweise Vaseline am Körper zu haben, die zur erhöhten Schnelligkeit beitragen sollen“, klärte Bademeister und Mitorganisator Andreas Müller auf.

Zu Klängen von Ed Sheeran war das Rutschen genauso so schön wie Tanzen: Familie Hering (rechts oben) reiste sogar aus der Schweiz an, um an der Vorausscheidung zum 3. Deutschland-Cup im Rennrutschen teilzunehmen. Sebastian Hering jagte zwar den Tunnel herunter, verfehlte aber einen Medaillenrang. Seine Schwester Antonia (Mitte) qualifizierte sich derweil mit dem ersten Platz an den Nationalen Titelkämpfen. Diese Gruppe von Freunden aus Übach-Palenberg und Jülich (links unten) machte sich gegenseitig Konkurrenz: (von links) Marcel Berwix, Peter Paulzen, Uwe Maass Andreas Berwix und Sven Nadrowski. Diese 22 brachte ihr Glück: Tatjana Kraus (rechts unten) qualifizierte sich als Zweitplatzierte für die Deutschen Meisterschaften. Foto: Sigi Malinowski

Ein Ex-Bademeister

Der Deutsche Rennrutschen-Verband hatte ein klar gegliedertes Regelwerk vorgegeben. Dazu gehörte auch das Aufteilen der Teilnehmer in drei Klassen. Damen, Herren und Kinder bis zu 15 Jahren waren zugelassen. Im „Aquana“ traten 31 Teilnehmer gegeneinander an. Und wer keine Lust hatte, am Rennrutschen teilzunehmen und die 10-Sekunden-Marke zu knacken, hatte Gelegenheit, beim Spielenachmittag etwas zu gewinnen. Allerdings zog das Rutschen in drei Durchgängen dann doch viel mehr. Uwe Maass war einer der ganz motivierten Rutscher.

Der 57-jährige frühere Bademeister aus Übach-Palenberg bezeichnete sich selbst als „alten Sack“, der es „den Jüngeren gerne noch mal zeigen möchte“. Und das gelang auch fast. Maass, der mit einer ganzen Clique von Freunden dabei war, landete auf dem vierten Rang. Einer seiner Kumpel, Peter Paulzen aus Jülich, war noch einen Tick schneller und belegte in der Abschlusswertung den dritten Platz mit einer Bestzeit von 18,76 Sekunden. Uwe Maass erreichte 18,92 Sekunden. Die Bestzeit von 9,28 Sekunden pro Durchgang erreichte diesmal niemand.

Ein großer Spaß

Patrick Hanke und Sebastian Rüdiger verfehlten diese jeweils um eine Hundertstelsekunde. Dennoch war es ein großer Spaß, über den sich auch Aquana-Geschäftsführer Claus Nürnberg freute: „Wir haben heute einen sehr guten Besuch zu verzeichnen, unser Team hat eine tolle Vorbereitung geleistet und das Rennrutschen hat auch einen sehr internationalen Charakter“, sah sich der Chef zwischen Schweizern, Belgiern, Holländern, Marrokanern und Deutschen um. Dass das Auana-Team am 4. Deutschland-Cup auch teilnehmen wird, scheint sicher zu sein. Ob bis dahin Sebastian Hering schon zum Olympioniken aufgestiegen ist, vermochte seine Mutter Henriette nicht abzuschätzen.

(mas)
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