Würselen: Auf den Spuren jüdischen Lebens

Würselen: Auf den Spuren jüdischen Lebens

Zum Gedenken an verstorbene jüdische Mitbürger wurde jetzt auf dem jüdischen Friedhof in Morsbach eine Gedenktafel mit Belegungsplan angebracht. Der älteste lesbare Grabstein auf dem Friedhof am Randes des Wurmtals stammt aus dem Jahr 1875.

Insgesamt 25 Grabstätten befinden sich auf dem Friedhof, der bis zum Jahr 1939 den Juden aus Bardenberg, Herzogenrath, Kohlscheid und Würselen als Begräbnisstätte diente. 22 Grabsteine sind noch vorhanden.

Besondere Bedeutung

Nach der fast vollständigen Zerstörung während der Zeit des Nationalsozialismus konnten die meisten Grabstätten 1946 wieder hergerichtet werden. Zusammengestellt und finanziert wurde der Belegungsplan vom jüdisch-christlichen Arbeitskreis. Ella Shvemmer informierte, dass bei Juden die Friedhöfe für die Ewigkeit vorgesehen seien. Juden glaubten, dass Gott den Menschen beim Namen rufe und dieser somit „verzeichnet“ sein müsse. Daher hätten die Grabstätten und deren Beschriftungen und auch der angebrachte Belegungsplan besondere Bedeutung.

Gemeinsam mit den Mitgliedern des jüdisch-christlichen Arbeitskreises brachten Bürgermeister Arno Nelles, der stellvertretende Betriebsleiter der Kommunalen Dienstleistungsbetribe (KDW), Arnd Stolten, und Gartenmeister Heinz-Gerd Groten an zentraler Stelle des jüdischen Friedhofes die Hinweistafel an.

(psw)
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