Herzogenrath: Auf dem Abenteuerspielplatz viel bewegt

Herzogenrath: Auf dem Abenteuerspielplatz viel bewegt

Wo das neue Häuschen einmal stehen soll, das kann man sich schon gut vorstellen. Nicht zu übersehen ist der Graben, den die jungen Helfer bereits für das Fundament ausgehoben haben. Es ist nicht das Einzige, was 45 Kinder, Jugendliche und Betreuer am Wochenende bewegen - in 72 Stunden wollen sie den Abenteuerspielplatz an der Bergerstraße verschönern, und der Plan scheint voll aufzugehen.

Das Projekt ist Teil der 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), in dem bundesweit viele junge Menschen gemeinsam sozialen Einsatz zeigen. Nail (12) hat das schon voll verinnerlicht: „Das ist doch toll, hier mal so etwas zu machen. Man darf nicht immer nur meckern, man muss auch mal selbst was machen.” Auf dem Spielplatz arbeiten statt spielen - ein ungewöhnlicher Gedanke, der aber auch dem 13-jährigen Rasmus gefällt: „Ich baue sowieso sehr gerne, also wollte ich hier mitmachen.”

Wenig vorgenommen haben sich die jungen Helfer - die meisten sind zwischen 11 und 21 Jahre alt - definitiv nicht. Eine kleine Brombeerhecke soll gepflanzt, ein Seilgarten gebaut und die Vorraussetzungen für den Bau eines kleinen Häuschens geschaffen werden. Die Hecke erfüllt dabei gleich zwei Funktionen, wie Streetworkerin Katrin Gehlich, die das Projekt gemeinsam mit Angelika Ostlender leitet, weiß: „Einerseits freuen sich die Kinder schon darauf, wenn sie hier die Früchte ernten können. Andererseits schützt so eine Hecke natürlich auch ein bisschen vor nächtlichem Vandalismus. Über Brombeersträucher klettert man nicht mal so eben.”

Ein bisschen Geduld braucht es aber noch, bis aus den kleinen Pflänzchen, die die Kinder gepflanzt haben, eine große Hecke wächst. Dies gilt auch für das Holzhaus, das auf dem Gelände entsteht. Die Fundamente sind zwar ausgehoben, doch bis der Bau unter Leitung der ehrenamtlichen Architektin Jandra Suc und des Poliers Peter Thiele wirklich umgesetzt ist, wird noch ein wenig Zeit vergehen.

Zumindest die Vorraussetzungen dafür haben die Kinder und Jugendlichen aber vorbildhaft geschaffen, was auch Bürgermeister Christoph von den Driesch gerne anerkennt: „Der Spielplatz sah noch nie so toll aus wie heute.” Anerkennung gibt es auch für das Engagement der Herzogenrather Betriebe und Geschäfte: Erst durch die Spenden eines Baumarkts, Supermarkts, Gartencenters und von anderen Betrieben wird das Projekt überhaupt finanzierbar.

Das auf dem Spielplatz keine Klettergerüste, sondern eben eher Bäume, Reifenschaukeln und seit der 72-Stunden-Aktion auch ein Seilgarten aus alten Feuerwehrschläuchen zu finden ist, gehört übrigens zum Konzept, wie Gehlich weiß: „Es ist eben ein Abenteuerspielplatz, da muss es etwas gewagter sein.”

Wenn es nach der Streetworkerin geht, können sich die Kinder und Jugendliche gerne auch über die Aktion hinaus am Ausbau des Spielplatzes beteiligen. „Wenn man sie in die Entwicklung des Platzes einbindet, dann ist auch die Bindung stärker, man identifiziert sich und übernimmt Verantwortung”, meint sie.

Die vielleicht wichtigste Auswirkung der drei Tage, die die jungen Helfer gemeinsam verbringen, wird man übrigens auf dem Spielplatz direkt nicht sehen können. „Während so einer Zeit lernt man viele neue Leute kennen”, meint Rebecca (15), „da entstehen richtige kleine Freundschaften.”

Mehr von Aachener Zeitung