Würselen: „Auf breiten Schultern - 750 Jahre Knappschaft”

Würselen: „Auf breiten Schultern - 750 Jahre Knappschaft”

Mit einer Wanderausstellung macht die Knappschaft anlässlich ihres 750. Geburtstages Geschichte vor Ort erlebbar. Im Medizinischen Zentrum Städteregion Aachen (MZ) wurde die Ausstellung mit dem Titel „Auf breiten Schultern - 750 Jahre Knappschaft” jetzt im Rahmen einer Feierstunde eröffnet.

Im Barbara-Saal im Betriebsteil Bardenberg kamen Bürgermeister Arno Nelles, Vertreter der Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See und die Vertreter des MZ zusammen. Die Ausstellung, die durch Regionaldirektionen, Bezirksgeschäftsstellen, Geschäftsstellen und Krankenhäuser der Knappschaft wandert, zeigt die wechselvolle Geschichte der ältesten Sozialversicherung der Welt.

Teil der Jubiläumsaktivitäten

Die Ausstellung, die drei Wochen zu sehen sein wird, ist Teil der Jubiläumsaktivitäten in diesem Jahr. „Das Jubiläum ist ein guter Anlass zurück zu blicken und einen Ausblick zu wagen auf bevorstehende Entwicklungen”, sagte MZ-Geschäftsführer Falko Rapp in seiner Eröffnungsansprache. Die Knappschaft sei vor 750 Jahren entstanden aus den besonderen Gefahren im Bergbau und der daraus erwachsenen Notwendigkeit einer sozialen Absicherung der Bergleute und ihrer Hinterbliebenen.

„Der Hildesheimer Bischof Johann von Brakel sicherte in einer Urkunde vom 28. Dezember 1260 der Sankt Johannis Bruderschaft am Rammelsberg bei Goslar, die zur Unterstützung kranker Bergleute und deren Hinterbliebenen gegründet worden war, seinen Schutz zu”, erklärte Rapp weiter. Diese Urkunde habe erstmals einen Hinweis auf eine organisierte Sozialfürsorge beinhaltet und den Ursprung der späteren Knappschaften und mithin der deutschen und europäischen Sozialversicherung gebildet.

Die 17 Schautafeln der Ausstellung zeigen Bilder und Urkunden zur Geschichte der Knappschaft, die aufgeteilt in acht Zeitabschnitte die Entwicklung der Knappschaft von der mittelalterlichen Bruderschaft bis zum modernen Dienstleistungsunternehmen nachzeichnen. „Mit der Wanderausstellung wird ein wichtiger Baustein deutscher Sozialgeschichte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht”, betonte Rapp.

„Die Knappschaft begeht ihren 750. Geburtstag in diesem Jahr mit einer Reihe von Aktivitäten: mit Festveranstaltungen, einem Festgottesdienst am Geburtsort in Goslar, mit einer Sonderbriefmarke, einer Sonderausstellung im Deutschen Bergbau-Museum Bochum sowie einer Vielzahl von Publikationen und Dokumentationen zur Geschichte der Knappschaft und der Sozialversicherung”, berichtete Herbert Metzger, Referatsleiter Geschäftsführung der Knappschaft-Bahn-See aus der Hauptverwaltung Bochum.

Der Knappenchor St. Barbara begleitete die Feierstunde musikalisch mit seinen Bergmannsliedern. „Wir sind sehr stolz über das Jubiläum und die Präsenz der Ausstellung in Bardenberg. Das MZ als wichtigster, größter und für die gesundheitliche Versorgung bedeutendster Arbeitgeber in Würselen spielt für unsere Stadt eine ganz besondere Rolle”, betonte Bürgermeister Arno Nelles.

Er stellte gleichzeitig heraus, dass die zeitgemäße Form der Sozialversicherung viel länger existiere als zu Reichskanzler Bismarcks Zeiten und, wie modern sich die Knappschaft heute präsentiere.

Mehr von Aachener Zeitung