Alsdorf: Auf Alsdorfs Sportplätzen tut sich was

Alsdorf: Auf Alsdorfs Sportplätzen tut sich was

Viel Bewegung ist derzeit auf den Alsdorfer Sportplätzen zu verzeichnen — im übertragenen Sinne. Manche Vereine müssen sich künftig mit anderen eine Anlage teilen — verbunden mit mehr oder weniger großem Trennungsschmerz, den heimatlichen Rasen hinter sich lassen zu müssen.

Ein Verein löst sich auf und ein neuer Platz kommt hinzu: der ans Kultur- und Bildungszentrum (Kubiz) angeschlossene.

Elf Sportanlagen mit 13 Plätzen gibt es derzeit, von Busch bis Warden, von Schaufenberg bis Duffesheide. Fünf Sportanlagen mit sechs Plätzen sollen bis 2020 verschwinden: an der Husemannstraße (SC Kellersberg), Schaufenberger Straße, Genuitstraße (SG Duffesheide), Herzogenrather Straße (SC Rot-Weiß Alsdorf) und Blumenrather Straße (SV Hoengen und SV Hertha Mariadorf). Die Flächen sollen vermarktet werden und die Erlöse dem Sport zugute kommen.

Nur für drei der insgesamt zwölf Vereine ändert sich nichts: Spvg. Glück-Auf Ofden, SV Alemannia Mariadorf und VfL Eintracht Warden. Auf der Anlage am Klött (SV Blau-Weiß Alsdorf) spielt künftig auch der SV Hoengen. Ein Geräteraum soll noch geschaffen werden.

An die Ottenfelder Straße (SSG Grün-Weiß Zopp) müssen nun auch die SG Duffesheide und der SC Rot-Weiß Alsdorf fahren. Der Rasenplatz soll erneuert und eine zusätzliche Trainingsfläche angelegt werden. Die Dreierbelegung könnte sich allerdings bald entspannen: Die Vereine SG Duffesheide, Rot-Weiß Alsdorf und SSG Zopp wollen zum 30. Juni fusionieren. Wie der Verein künftig heißen soll, ist noch offen.

An der Osterfeldstraße (SV Grün-Weiß Broicher Siedlung) finden künftig auch die Heimspiele des SV Hertha Mariadorf statt. Und auf der neuen Schulsportanlage, die im Rahmen des Kubiz nördlich des Energeticons entstehen soll, werden der SC Kellersberg und der JSV Alsdorf beheimatet sein.

Warum das Ganze? Die Stadt hat eine Erhebung im Rahmen des Sportstättenentwicklungsplans durchgeführt: demografische Entwicklung, Auslastung der diversen Sportstätten, Vereinsmitgliedszahlen und Bedarfe wurden dabei berücksichtigt.

Mehrere Faktoren haben zu dem Entschluss geführt, bis 2020 Plätze zu streichen: Ihr Zustand ist zum Teil schlecht, die Instandsetzung gestaltet sich aber immer schwieriger: Die Stadt hat kein zusätzliches Geld, die Vereine zählen immer weniger Mitglieder, die sich ehrenamtlich einbringen wollen. Die Mitgliederzahlen im Bereich Fußball sind in den letzten 20 Jahren um rund 43 Prozent zurückgegangen.

Und ob sich der Trend im Sportverhalten — raus aus den Vereinen, hin zu mehr Individualsport — durch Anschluss an die Schulen bremsen lässt, bleibt abzuwarten ...

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