Baesweiler: Auch Dorfleben braucht flottes Internet

Baesweiler : Auch Dorfleben braucht flottes Internet

Dass Internetanbieter mit immer schnelleren Übertragungsraten für sich werben, dürfte die Bürger in Beggendorf, Floverich und Puffendorf herzlich wenig kümmern. Denn dort fehlen bislang die Voraussetzungen, um online wirklich schnell unterwegs zu sein. Wie es um die Übertragungsraten in Baesweilers „Randbezirken“ bestellt ist, will die Stadt nun gezielt herausfinden.

In den kommenden Tagen werden deshalb Fragebögen in den Briefkästen der genannten Stadtteile liegen.

Hoffen auf Fördergelder

„In den ländlicheren Bereichen ist in Sachen Internet ganz klar eine Unterversorgung da“, sagt Marcel Dederichs, der die Befragung seitens des Internationalen Technologie- und Service-Centers (ITS), koordiniert. Mehr als 4000 Kilobits pro Sekunde seien kaum drin, sagt Dederichs. Zum Vergleich: In Baesweiler und Setterich liegen mögliche Geschwindigkeiten bei 16.000 kbit/s und mehr.

Die Stadt will nun handeln, weil sie mittelfristig sogar die „Lebensqualität in den betroffenen Stadtteilen beeinträchtigt“ sieht, wie es in dem Anschreiben an die Bürger heißt. Soll heißen: Dorfleben ja — aber bitte mit einem schnelle Breitbandzugang! Um den zu ermöglichen, hofft die Stadt auf Fördergelder.

Grundsätzlich bestehen entsprechende Möglichkeiten, hieß es auf kommunale Anfrage bei der Bezirksregierung Köln. Doch dazu muss zunächst einmal der Sachstand ermittelt werden. „Jeder hat schließlich ein anderes Gefühl, ob seine Internetverbindung eher langsam oder eher schnell ist“, sagt Dederichs. „Wir wollen aber die genauen Zahlen ermitteln.“

Auf dem Fragebogen gibt es deshalb eine Anleitung, mit der die tatsächliche Übertragungsgeschwindigkeit gemessen werden kann. „Das ist kein großer Aufwand und dauert knapp zwei Minuten“, sagt Dederichs. Über eine spezielle Homepage können Nutzer die Datenübertragung ihres Zugangs rasch ermitteln. Auf einem Beiblatt sind viele Fachbegriffe rund um das Internet aufgelistet, die auch seltenen Nutzern das Ankreuzen des Fragebogens erleichtern sollen.

Bis zum 22. November können die Bögen dann in den Rathäusern und im ITS abgegeben werden. „Die Auswertung wird eine Weile dauern. Erst dann können wir schauen, ob wir überhaupt eine Förderung bekommen“, sagt Dederichs. Was in dem Fall passiert, wird sich je nach Ortslage zeigen. Mancherorts könne über bereits verlegte Leerrohre die Breitwandübertragung eingerichtet werden, andernfalls muss womöglich der Boden aufgerissen werden. Wann es soweit ist, wird sich zeigen. Aber in Sachen Internet will die Stadt gernVollgas geben.