Nordkreis: „Arche” verleiht Preis an Aachener Polizei und Feuerwehr

Nordkreis: „Arche” verleiht Preis an Aachener Polizei und Feuerwehr

Manchen sind die grauen Vögel eher ein Ärgernis, doch davon ließen sich Feuerwehr-Einsatzleiter Leo Graf und Polizeihauptkommissar Thomas Ihnen nicht beeindrucken, als sie zum Einsatz am Viadukt in der Aachener Bachstraße gerufen wurden.

Einige Tauben waren bei Arbeiten an dem Viadukt eingeschlossen worden und fanden den Weg in die Freiheit nicht mehr. Die Einsatzkräfte schritten zügig zur Rettung, wofür sie nun mit dem „Aachener Tierschutzpreis” des Tierschutzvereins „Arche Aachen e.V.” ausgezeichnet wurden.

Dass es sich „nur” um Tauben handelte, war für Einsatzleiter Graf und seinen Kollegen von der Aachener Polizei dabei kein Grund zu zweifeln: „Es kam für uns allein auf die Hilfsbedürftigkeit an, nicht darauf, ob es Pferde, Katzen oder eben Tauben sind.” Stolz war Graf auch auf die „tolle Zusammenarbeit zwischen Polizei und Feuerwehr.”

Laudatorin Sandra Hahnbück wollte bei der Preisverleihung auf dem Würselen-Euchener Gnadenhof die Auszeichnung nicht nur an die beiden engagierten Entscheidungsträger, sondern zugleich „stellvertretend an alle Einsatzkräfte und Beamten verleihen, die sich für die Rettung und den Schutz von Tieren einsetzen.

Die beiden Beamten entschieden sich für das Leben der Tiere und nahmen dabei auch eventuelle dienstliche Konsequenzen in Kauf.” Für die Übergabe der Urkunden hatte der Verein zwei hochrangige Gäste eingeladen: Polizeipräsident Klaus Oelze war ebenso zu Gast wie Dr. Dieter Nüßler, der Leiter der Aachener Berufsfeuerwehr, die die Polizei bei der Befreiung der Tiere tatkräftig unterstützt hatte.

„Eigentlich”, meinte Oelzer, „dürften wir den Preis ja gar nicht kriegen, weil es ohnehin Aufgabe in unserem Dienst ist, auch den Tieren zu helfen.” Im Alltag sei dies aber nicht immer umzusetzen, daher sei die schnelle Entscheidung zur Rettung der Tiere vorbildlich, betonte der Polizeipräsident weiter.

Zweifel an der Verhältnismäßigkeit des Einsatzes räumte auch Nüßler schnell aus der Welt: „Dienstliche Konsequenzen”, meinte der Feuerwehrleiter mit Bezug auf Hahnbrücks Ansprache, „hätte es nur dann gegeben, wenn die Einsatzkräfte sich gegen das Leben der Tiere entschieden hätten.”

Mit der Preisverleihung allein war der Tag aber noch nicht beendet: Zu Ehren der Preisträger ließen Taubenzüchter gleich mehrere hundert Tauben vom Gnadenhof starten, die Jugendfeuerwehr demonstrierte darüber hinaus bei einer Übung ihr Können. Zum weiteren Rahmenprogramm gehörten ein kleiner Flohmarkt, eine Demonstration der Hundestaffel der Polizei, sowie die Vorführung eines Ponys, das vom Gnadenhof stammt und nun zu Therapiezwecken eingesetzt wird. Auch sonst war viel Trubel auf dem Gehöft, auf dem nun nicht nur zum bereits 16. Mal der Tierschutzpreis verliehen wurde, sondern mit dem „Fest der Tiere” auch der Verein selbst in Erscheinung trat. „Wir nutzen den Tag auch, um den Leuten unsere Arbeit näherzubringen”, erklärte Vorsitzende Samira Abo El Saad, „oft können wir dann erste Kontakte knüpfen, um Tiere zu vermitteln.”