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Herzogenrath: Arbeitsauftrag an die Sonne

Herzogenrath : Arbeitsauftrag an die Sonne

Von außen sind die Solarzellen nicht zu sehen. Die neue Photovoltaikanlage, die seit Dezember 2003 die Merksteiner Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule mit Strom versorgt, ist auf dem Glasdach des Flures über der Eingangshalle angebracht.

Für die offizielle Einweihung dieser umweltfreundlichen Energiegewinnungsmöglichkeit hat sich der federführende Verein „Sonnenseite” bis zum Schulfest Zeit gelassen. Und das nicht zuletzt, weil „Sonnenseite” aus dem Förderverein der Schule hervorgegangen ist.

Angestoßen wurde das Projekt vom Agenda-Beirat der Stadt Herzogenrath, der die Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 2000 Kilowattstunden Strom im Jahr jedoch nicht selbst betreiben wollte. Das Dach der Schule stellte die Stadt allerdings kostenlos zur Verfügung.

Doch wer sollte sich um die Realisierung kümmern? Im Juni 2003 gründete sich der Verein „Sonnenseite” mit 13 Mitgliedern. „Mittlerweile haben wir 30 Mitglieder. Die Tendenz ist steigend”, freut sich der zweite Vorsitzende Rolf Kalmbach. Aber es gab einige wirtschaftliche Hürden zu nehmen, ehe die Anlage ans Netz gehen konnte.

Die Kosten der Photovoltaikanlage belaufen sich auf insgesamt 16.000 Euro. Der Agenda-Beirat bezuschusste das Vorhaben mit 5000 Euro, vom Landesinstitut für Bauwesen erhielt der Verein 2400 Euro. Außerdem spendeten Bündnis 90/Die Grünen 500 Euro. Mehr als die Hälfte der Kosten zum Bau der Anlage waren damit abgedeckt. Für den Rest sorgten zwei private Kreditgeber.

Die Anlage, die am 22. Januar ans Netz gegangen ist, soll den Schülern der Grundschule nicht nur ein unmittelbares Erleben der Nutzung von umweltfreundlichen Energien ermöglichen. Sie hat auch einen ganz praktischen Grund: Bisher, besonders während der heißen Sommertage, wird der Flur über dem Foyer durch Sonneneinstrahlung starkk aufgeheizt. Oft herrschen dann in den Klassenräumen Temperaturen von über 40 Grad.

Viel zu heiß

Durch die Anlage soll der Flur beschattet und das Klima in der Schule positiv verändert werden. „So weit unser Plan. Aber mit der bisherigen Ausbaustufe ist der Flur nur zu höchstens 20 bis 30 Prozent verschattet”, bedauert Kalmbach.

Für die Jungen und Mädchen ist die erhoffte Entlastung also noch nicht ganz eingetreten. Eine weitere Ausbaustufe der Photovoltaikanlage und damit vielleicht auch eine bessere Klimasituation für die Schüler ist allerdings frühestens in fünf Jahren möglich. Der Vertrag mit der Stadt Herzogenrath hat eine Laufzeit von 20 Jahren. Danach erbt die Stadt die Anlage.

Wie sehr die Kinder sich bereits mit der Photovoltaikanlage auseinandergesetzt haben, zeigte sich in einem Mal- und Bastelwettbewerb, den der Verein „Sonnenseite” initiiert hat. Mit ihrer Nachbildung der Dietrich-Bonhoeffer-Schuler und der installierten Solaranlage haben Lea Jungen und Laura Akens den Wettbewerb gewonnen. Was sich der Verein jetzt noch dringend wünscht ist wohl klar: Sonne, Sonne, Sonne...