Antrag an Stadtrat Herzogenrath auf Erklärung des Klimanotstands

Diskussionsrunde bei den Naturfreunden : Politiker sollen Jüngeren beim Klimaschutz zuhören

„Leider höre ich so häufig, dass wir keine Profis sind. Natürlich sind wir das nicht, die meisten von uns sind ja nicht mal wahlberechtigt. Aber genau deswegen müssen wir miteinander reden, weil wir gemeinsam die Zukunft gestalten müssen. Wir, die Jugend, können das gar nicht ­alleine schaffen. Wir brauchen die Erwachsenen.“ Mit diesen Worten von Schülerin Anna Moors luden die Naturfreunde Herzogenrath-Merkstein zu einer Diskussionsrunde ein.

Dabei war neben Anna Moors auch Jimena Isabel Castro Augustin, beide Schülerinnen und Fridays-for-Future-Protestierende.

Jimena ist 15 Jahre alt und geht auf eine Aachener Schule. Nebenbei engagiert sie sich tatkräftig für den Klimaschutz, geht regelmäßig zu Streiks und Organisationstreffen von Fridays for Future. „So wie es jetzt gerade läuft, kann es nicht weitergehen. Es gibt die Klimakrise und es muss gehandelt werden. Wenn sich in den nächsten neun Jahren nichts ändert, sieht es sehr schlecht aus für uns“, betont sie. „Wir sind alle betroffen und es ist wichtig, dass auch die jungen Leute ihre Meinung äußern. Auch wenn wir noch nicht wählen dürfen, oder gerade deswegen, ist es wichtig, jetzt schon in Erscheinung zu treten und aufmerksam zu machen.“

Auch Anna, 17-jährige Schülerin aus Herzogenrath, setzt sich aktiv für den Klimaschutz ein. Sie besuchte bereits den Bundestag und das Europaparlament, um mit Politikern zu sprechen und zu diskutieren. „Leider erleben wir oft, dass wenig Interesse seitens der Politiker besteht. Dass die aktuelle Politik nicht klimafreundlich ist, ist kein Geheimnis, aber gerade solche Gespräche verlaufen meistens im Nichts.“ Und genau aus diesem Grund stellte Anna einen Antrag an die Stadt Herzogenrath, zur Ausrufung des Klimanotstandes. Unterstützt wird sie dabei von den Naturfreunden, Herzogenrath-Merkstein, der BUND Kreisgruppe Aachen-Land und dem NABU Aachen-Land. „Der Antrag ist etwas Handfestes, damit können wir Druck ausüben und er muss in der nächsten Ratssitzung thematisiert werden“, erklärt Bruno Barth, Vorsitzender der Naturfreunde.

Um noch mehr die Aufmerksamkeit der Politiker zu erregen, wird am 21. Juni die erste internationale zentrale Großdemo von Fridays for Future in Aachen stattfinden, die von Jimena mit organisiert wird. „Wir können kaum sagen, wie viele Menschen erwartet werden, aber es wird vermutet um die 20.000“, betont Jimena.

„Fridays for Future stellt radikale Forderungen. Bis 2025 soll zum Beispiel der Kohleausstieg abgeschlossen sein. Das ist definitiv machbar, doch solange nur geredet wird, wird nichts passieren. Wir müssen den Politikern klarmachen, dass wir die zukünftige Wählerschaft sind und hoffen, dass sie uns dann zuhören“, ergänzt sie.

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