Alsdorf: Anonyme Lebensbeichten und quälende Erinnerungen

Alsdorf: Anonyme Lebensbeichten und quälende Erinnerungen

Vieles ist traurig, manches hoffnungsvoll, anderes erschütternd. Gewöhnliche Geschichten sind es jedenfalls nicht, die Sabine Scheithauer in ihrem Buch „Schweigeschluss” gesammelt und veröffentlicht hat. Gut zwei Jahre lang hat die Alsdorferin Lebensbeichten, Sehnsüchte und Fantasien gesichtet, die ihr meist anonym zugesandt worden waren.

Rund 500 Einsendungen waren es am Ende. Die Autorin ist selbst überrascht, wie groß die Resonanz auf ihren Aufruf war, den sie im Internet veröffentlicht hatte. „Ich wollten den Menschen Gelegenheit geben, sich Dinge von der Seele zu schreiben, die für sie vielleicht belastend oder gar quälend waren.” Bekommen hat sie Schilderungen, die die jeweiligen Schreiber womöglich nicht einmal ihren Partnern anvertraut haben.

Ist das alles wahr?

„Die Anonymität hat für eine große Offenheit gesorgt”, sagt Sabine Scheithauer. So rätselt eine Frau, ob ihr Mann tatsächlich der Vater ihres Kindes ist, eine andere beschreibt, wie ihr Vater sie missbraucht habe. Auch ein Abschiedsbrief ist darunter. Ob all diese Dinge wirklich wahr sind? Das weiß Sabine Scheithauer freilich nicht. Und will es auch nicht wissen. „Ich wollte nur ein Forum anbieten.” Dass dabei interessanter Lesestoff herausgekommen ist, kann ihr nur Recht sein. „Es sind Geschichten, die das Leben geschrieben hat.”

50 der Einsendungen sind in dem Buch veröffentlicht, das im Aachener Shaker Media-Verlag erschienen ist. Erhätlich ist es unter der ISBN 978-3-86858-671-8 für 14,90 Euro. Von der Autorin signierte Exemplare bietet Mike Lenzen in seinem Autohaus in Mariadorf, Eschweilerstraße 124 an. Die Autorin sammelt übrigens weiter. Aus neuen Gesichten möchte sie ein zweites Buch zusammenstellen. Einsendungen unter dem Stichwort „Schweigeschluss”, Postfach 2253, 52469 Alsdorf.

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