Alsdorf: Anglerteich: WVER sieht den Eigenbetrieb in der Pflicht

Alsdorf : Anglerteich: WVER sieht den Eigenbetrieb in der Pflicht

Ein paar der Froschkadaver, die zusammen mit einem Aal und anderen Fischen den Ablauf des Anglerteichs im Alsdorfer Tierpark verstopft hatten, liegen noch am Ufer. In ihnen aber die Schuldigen für das gerade noch verhinderte Überlaufen des Teichs am vergangenen Wochenende zu vermuten, wäre unfair.

Sie sind wohl eher die Opfer einer technisch nicht ausgefeilten Lösung, über die nun der Eigenbetrieb Technische Dienste (ETD) der Stadt Alsdorf und der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) brüten.

Am Dienstagmorgen waren beide vor Ort. Darunter auch Jürgen Retzlaff vom Eigenbetrieb, der am Ostersonntagabend Bereitschaftsdienst hatte und die Kadaver aus dem Abfluss zog. Er zeigt mit den Händen die Länge des Aals, der darunter war. Geschätzte 40 Zentimeter. Angler hatten am Wochenende den Pegelanstieg bemerkt und auf der Feuerwache Alsdorf Meldung gemacht. Die rückte Sonntagabend aus und musste sogleich Pumpen anwerfen, um den Pegel um 30 Zentimeter zu senken.

Der Teich stand kurz vor dem Überlaufen — was in den vergangenen anderthalb Jahren bereits der dritte Zwischenfall an diesem letzten Teich, direkt an der B57, war. Einmal drohte versickerndes Wasser die Straße zu unterspülen, einmal der Damm zwischen diesem und dem vorletzten Teich zu brechen.

Der Anglerteich hat zwei Zuläufe aus vorgelagerten Becken und einen Ablauf in einen unterirdischen Kanal, der im Broicher Bach endet. Dieser Ablauf besteht aus einem Rohr, das von einem Gitterkorb umschlossen ist, ein weiterer Gitterkorb befindet sich direkt davor. Treibholz darf nicht in den Bach geraten, das ist der Hintergrund. Das Rohr selbst ist offen, jedenfalls im Idealfall, ein eigenes Sieb hat es nicht. Und offenbar sind die Lücken zwischen den einzelnen Verstrebungen der Gitterkörbe so groß, dass sich hier genügend Tiere verfangen können.

Dass die Ansaugkraft des Rohrs zu groß sein könnte, bezweifeln sowohl Retzlaff, als auch Philipp Eisenbach, Leiter des Baubetriebs des ETD. Eigentlich müsste der „Wasserexperte“ und technische Betriebsleiter des ETD, Jörg Theißing, jetzt hier stehen, aber der hat noch frei.

Und so muss sich Eisenbach erst einmal in die recht schlammige und nasse Materie einarbeiten, sich mit dem WVER abstimmen. „Im Moment weiß ich noch nicht, ob wir das hätten verhindern können oder ob das die Zuständigkeit des WVER gewesen wäre“, sagt er. „In der nächsten Woche klären wir diese Frage.“

Laut Eisenbach funktioniert der Ablauf durch „einfaches Gefälle“. Von starker Sogwirkung auf der einen oder hohem Druck auf der anderen Seite geht er also nicht aus.

Der WVER sieht derweil den Ball ganz klar beim ETD. Der WVER habe die Verkleinerungsmaßnahme geplant, umgesetzt und auch den Ablauf „so hergerichtet, dass er nicht verstopfen kann“, wie der Unternehmensbereichsleiter Wasser, Franz-Josef Hoffmann, auf Nachfrage sagte. „Eine hundertprozentige Garantie gibt es natürlich nie.“ Danach sei die Übergabe an den Eigentümer, die Stadt Alsdorf, und den Betreiber, also den ETD, erfolgt.

Offenbar sei nun zu viel Treibgut und dergleichen angesaugt worden, was zu der Verstopfung geführt habe. Der Bereitschaftsdienst des WVER sei zwar angefordert worden und sei auch rausgefahren, das sei aber „eigentlich überflüssig gewesen“. „Wir leisten aber immer Hilfestellung, wenn wir gefragt werden, egal, wie die Zuständigkeiten sind“, so Hoffmann weiter. Eine Meldung an die Untere Wasserbehörde sei vorschriftsgemäß rausgegangen, damit sei nun alles erledigt.

Heißt: Veränderungen an der Konstruktion seien nicht notwendig. „Der ETD wird in eigener Zuständigkeit entscheiden, was jetzt zu tun ist“, sagt Hoffmann. Er würde beispielsweise den Kontrollturnus auf wöchentlich erhöhen. Dass die Abstände bislang zu groß gewesen seien, würde er so auch nicht sagen. „Es kann passieren, dass man freitags noch draußen und alles in Ordnung war und samstags sich etwas mehr Material davorgesetzt hat. Ich würde also nicht sagen, dass der Fehler beim ETD lag.“

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